Flüchtlinge in Sprockhövel verschönern ihr Umfeld

Am vergangenen Wochenende besorgte die Flüchtlingshilfe Blumen und Pflanzen, die die Flüchtlinge verarbeiteten.
Am vergangenen Wochenende besorgte die Flüchtlingshilfe Blumen und Pflanzen, die die Flüchtlinge verarbeiteten.
Foto: Foto: Meer
Aktion „Urban Gardening“: Blumen und Pflanzen um die Containerin Börgerbsbruch. Im Frühjahr sollen Gemüsegärten angelegt werden.

Sprockhövel. Der Anspruch der Kommune bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise ist klar und nachvollziehbar: Niemand soll obdachlos sein. Diese Voraussetzung wird natürlich erfüllt in Sprockhövel, und es ist den Initiativen vieler Bürger zu verdanken, dass das Leben der Neubürger in ihrer neuen Umgebung möglichst angenehm verläuft.

Die Flüchtlingshilfe Sprockhövel berichtet dann auch von Einzelnen wie etwa Khaled, einem Endvierziger aus dem Irak, der seine nüchterne häusliche Umgebung verschönern wollte. „Er hat selbst die Initiative ergriffen und bei der Unterkunft in Börgersbruch Tröge bepflanzt“, erzählt Christoph Meer. Auch in seinem Zimmer hat der Iraker auf gut drei Quadratmetern Topfblumen gesetzt.

Keine Augenweide

Christoph Meer, Miriam Venn und die anderen Aktiven der Flüchtlingshilfe haben daraufhin den Plan gefasst, die Umgebung der Gemeinschaftsunterkünfte zu verschönern. „Das Gelände vor den Containern an der Dresdener Straße ist keine Augenweide“, urteilt der Haßlinghauser. So haben sich am vergangenen Wochenende die dort untergebrachten Flüchtlinge daran gemacht, die Zustände zu verbessern. Und die Flüchtlingshilfe Sprockhövel stellte ihnen dafür Blumen, Gräser, Heidekraut, Pflanzenerde und Werkzeuge zur Verfügung.

Es waren vor allem Scharen von Kindern, die sich begeistert an die Arbeit machten, Tröge am Fundament rund um die Container mit Erde zu befüllen. Mit ihren viel zu großen Arbeitshandschuhen waren sie eifrig dabei. „Unter Anleitung der Erwachsenen setzten sie Astern und Chrysanthemen, Erika und Ziergräser und lernten dabei, die Pflanzen abschließend zu bewässern. Khaleds Sehnsucht nach Blüten und Grün hatte den Anstoß zu dieser Aktion gegeben. In seiner Heimat arbeitete der in der Landwirtschaft und will sich nun künftig um die Pflege der neu gesetzten Pflanzen kümmern.

Städtisches Gärtnern als Projekt

Im Frühjahr soll dann mit Unterstützung der Flüchtlingshilfe Sprockhövel hinter den Containern ein kleiner Gemüsegarten entstehen. „Urban Gardening“ nennt die Initiative ihr jüngstes Projekt, das dann auch auf andere Gemeinschaftsunterkünfte ausgedehnt werden soll. „Das ist doch eine schöne Aktion zur Verbesserung der Lebensqualität“, sagt Christoph Meer. Nun wünschen sich Flüchtlinge und Flüchtlingshilfe, dass die Stadt etwas gegen den nicht gerade kinderfreundlichen, scharfkantigen Schotter um die Unterkünfte herum tut.

 
 

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