Fledermäuse bekommen Vier-Sterne-Hotel im Schee-Tunnel

Wanderung der Wuppertalbewegung durch den Tunnel Schee, der Bestandteil des Radwegenetzes zwischen Wuppertal und Sprockhövel wird.
Wanderung der Wuppertalbewegung durch den Tunnel Schee, der Bestandteil des Radwegenetzes zwischen Wuppertal und Sprockhövel wird.
Foto: POLL, Arne

Sprockhövel.. Wuppertal rechnet Ende 2013 mit der ersten Radtour durch den Eisenbahntunnel Schee. Von Sprockhövel aus bequem mit dem Rad über die Nordbahntrasse nach Wuppertal radeln - Ende 2013 soll dies möglich sein.

Dies erklärte gestern von der Stadtverwaltung Wuppertal der Projektleiter der „Nordbahntrasse“, Rainer Widmann. Am Montag gab es in Wuppertal ein Abstimmungsgespräch zwischen Umweltschutzverbänden und beteiligten Behörden. Vom Regionalverband Ruhr, der für das Radwanderweg-Projekt auf der Sprockhöveler Seite verantwortlich zeichnet, nahmen Heinrich Jolk und von der Stadt Sprockhövel, Planungsamtsleiterin Susanne Görner teil. Dem alten Eisenbahntunnel Schee, mit 722 Metern Länge, kommt bei der Verbindung zwischen Wupper und Ruhr eine besondere Bedeutung zu. Es geht um den Artenschutz. Und der wird bei dem Projekt, das mit gut 2 Millionen Euro zu Buche schlägt, hoch angesiedelt.

Umbau für den Tierschutz

„Die Fledermäuse bekommen von uns in dem Tunnel mit den zwei großen Röhren in der geschlossenen westlichen Röhre ein Vier-Sterne-Hotel eingerichtet“, betont Widmann. Von den Kosten für die Aufarbeitung des Tunnels übernimmt Wuppertal 70 Prozent, der Regionalverband Ruhr 30 Prozent. Aber auch vor dem Tunnel gilt es den Artenschutz zu beachten.

Heinrich Jolk: „Der Förderantrag liegt zwar in Düsseldorf vor, doch die Verträge für die Ausführungsplanung müssen noch erarbeitet werden. Wenn alles soweit gediehen ist, muss auch die Untere Landschaftsbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreis noch eine Entscheidung treffen. Auch auf Sprockhöveler Gebiet muss der Artenschutz streng beachtet werden. So geht es um den Schutz von Blindschleichen, Ringelnattern, Feuersalamander und Eidechsen. Die Arten sind streng geschützt.“

Umweltschutzverbände fordern Einhaltung der Artenschutzbestimmungen

Der Regionalverband sitzt zwar mit im Boot, doch die fachliche Kompetenz bei dem Tunnel-Projekt liegt in der Hand der Stadt Wuppertal und der Initiative „Wuppertalbewegung/-Nordbahntrasse“.

Und diese Konstellation birgt Konfliktpotential. Während es der Wuppertalbewegung mit dem Radwanderweg auf der alten Eisenbahntrasse, die einst Wuppertal und Haßlinghausen verband, nicht schnell genug gehen kann, fordern die Umweltschutzverbände nachhaltig die Einhaltung der Artenschutzbestimmungen ein. Dabei spielte der Schutz der Fledermäuse in den letzten Jahren eine herausragende Rolle. Im laufenden Jahr, so Rainer Widmann, werde der Zustand der Natursteinwände geprüft. Denn von den Wänden läuft Wasser herunter, das künftig links und rechts des 3,50 Meter breiten asphaltierten Radwegs, der mit LED-Beleuchtung ausgestattet wird, zum Versickern abgeleitet wird. 2012 sollen die Wände saniert werden.

 
 

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