Fahrradklima in Sprockhövel eher wolkig als heiter

Bastian Haumann
Die Alte Bahntrasse ist zwar beliebt, Sprockhövel muss für den Radverkehr aber noch einiges tun.Foto:Archiv, Svenja Hanusch
Die Alte Bahntrasse ist zwar beliebt, Sprockhövel muss für den Radverkehr aber noch einiges tun.Foto:Archiv, Svenja Hanusch
Sprockhövel erzielte beim Fahrradklima-Test durchschnittliche Werte. Dafür ist die Alte Trasse ein Magnet für Touristen, die aus dem ganzen Revier anreisen.

Sprockhövel.  Richtig rund läuft es in der Stadt noch nicht. Sprockhövel schnitt beim Fahrradklima-Test 2014 des ADFC knapp mit der Schulnote befriedigend ab, mit einem dicken Minus dahinter. Es fehlen ausreichend breite Radwege, Abstellmöglichkeiten und geöffnete Einbahnstraßen, es gibt keinen Winterdienst und keine Leihfahrräder. Und auch im Mischverkehr, wenn sich also Rad- und Autofahrer die Straße teilen, müssen bessere Voraussetzungen geschaffen werden.

„Zufrieden sind wir mit dem Ergebnis des Tests natürlich nicht“, sagte Britta Altenhein, Koordinatorin des Arbeitskreises Radverkehr. „Aber ich bin ganz guter Dinge, dass wir da noch etwas auf den Weg bringen können.“ Erste Erfolge gab es bereits. Die Umlaufsperren stehen weiter auseinander und können leichter umfahren werden, mehr und mehr Einbahnstraßen werden geöffnet. „Viel schwieriger ist es dagegen, die Situation im Mischverkehr zu verbessern.“ Gerade bei der Mittelstraße sei dies dringend nötig – und nur sehr schlecht möglich. Bürgermeister Ulli Winkelmann kennt die Situation dort nur allzu gut. „Ich fahre dort mit Herzklopfen entlang.“ Einen Lösungsansatz, um das Problem in den Griff zu bekommen, habe er nicht.

Nur einen guten Rat: „Die Verkehrsteilnehmer müssen aufeinander Rücksicht nehmen und sich konzentrieren.“ Bei der Umsetzung des Radwegekonzepts sind hier zwar verschiedene Möglichkeiten geprüft worden, wie beispielsweise ein Radangebotsstreifen. Aus unterschiedlichen Gründen hat sich die Stadt aber dagegen entschieden. „In diesem Bereich verläuft die alte Bahntrasse parallel zur Mittelstraße, auf der wesentlich sicherer gefahren werden kann“, sagte Bernd Woldt, städtischer Beigeordneter.

Ein Radweg auf dem Bürgersteig sei auch keine Alternative. Der soll den Bürgern vorbehalten bleiben. In Niedersprockhövel gibt es zwar diese Variante. Ein Radweg schlängelt sich entlang der gesamten Hauptstraße. „Das war damals allerdings eine Forderung von Straßen NRW.“ Ein weiterer Kritikpunkt: Es fehlen Leihfahrräder. Die soll es allerdings bald geben, verspricht Bürgermeister Winkelmann. In der Stadt haben sich auch wieder Fahrradgeschäfte niedergelassen und Winkelmann hofft, dass dies dem gesamten Radverkehr gut tun werde. Bei den fehlenden Abstellmöglichkeiten wolle die Stadt Gas geben, der Pflegezustand der Wege sei ausgezeichnet, Winterdienst und Baustellenführung würden ein Problem bleiben.

„Das Testergebnis hätte uns aber schlimmer treffen können“, sagt Winkelmann. Die Stadt mit ihren kleinen Ortsteilen und den beiden größeren Zentren sei keine Fahrradstadt, auch wenn viel getan werde. „Das wird wahrgenommen und spiegelt sich in den Testergebnissen wider.“