Ein Hausmeister für alle Fälle

Hausmeister Fariborz Molki
Hausmeister Fariborz Molki
Foto: Fischer
Fariborz Molki kam als Flüchtling nach Deutschland. Im August 2014 trat er den Dienst als Hausmeister in den Sprockhöveler Übergangswohnheimen an und ist mit ganzem Herzen bei der Sache.

Sprockhövel..  Fariborz Molki (45) ist Seelsorger, Lehrer, Mann für alle Fälle. Oder kurz: Hausmeister. Er kümmert sich um die Asylbewerberheime am Timmersholt und an der Gevelsberger Straße. „Dort herrscht immer ein Hin und Her“, sagt er. Wöchentlich ziehe jemand um, das Telefon stehe nie still. „Herr Molki, bitte übernehmen sie“, heißt es dann.

Als hätte er es beschworen: Sein Telefon klingelt. Einen Augenblick, da müsse er rangehen. „Hallo junger Mann, die Wohnung ist fertig, Du kannst einziehen“, sagt er und hakt kurz nach: „Du bist gerade im Krankenhaus? Ich regel’ das, wir suchen Helfer für den Umzug.“ Molki ist mit Herz dabei. Seine Freunde sagen immer, er mache zu viel. „Aber ich mache das gerne!“

Vielleicht liegt es daran, dass er in Deutschland genau so anfing: als Flüchtling. Gebürtig stammt er aus dem Iran, war in der Nationalmannschaft der Kajakfahrer. „Nur bin ich kein Moslem.“ Das bekam er zu spüren. An Meisterschaften durfte er nicht teilnehmen, einzig und allein aus diesem Grund. Molki hatte die Nase voll. „Ich kaufte mir ein Ticket und bin mit 21 Jahren nach Japan.“ Nach zehn Jahren führte sein Weg zurück in den Iran. „Dort hatte sich nichts geändert.“ Und er verließ das Land ein zweites Mal mit Bremen als Ziel. Sein Bruder lebt dort. „Er wollte sich um mich kümmern, nur die Ämter machten nicht mit.“ Molki musste nach Bielefeld und von dort aus nach Schwelm.

Bis er ein unbefristetes Visum samt Arbeitserlaubnis hatte, sei es ein Kampf gewesen. Er jobbte in den unterschiedlichsten Berufen und hatte schließlich Glück. Das Schwelmer Hallenbad wollte ihn. Dort bekam er den Tipp, sich bei der Sprockhöveler ZGS zu bewerben. Seit August 2014 kümmert sich Molki um die Bewohner der Heime – mit Zuckerbrot und Peitsche. „Wie im Schwimmbad, als ich Kindern das Schwimmen beibrachte“, sagt er lachend.

Doch auf die Bewohner lässt er nichts kommen und warnt davor, sie in einen Topf zu werfen. „Die Heime sind ganz normale, gut gepflegte Wohnhäuser.“ Klar, hin und wieder müsse er schimpfen. Und das dürfe er wie kein Zweiter. „Ich werde nicht gleich als Rassist abgestempelt, da ich nun mal ausländische Wurzeln habe – wenn ich mich selbst auch als Deutscher sehe.“

Oft reiche es aber, mit den Bewohnern zu reden, ihnen Kleinigkeiten zu zeigen. Dazu gehöre ganz Alltägliches, wie das Trennen des Mülls. In der Heimat vieler Bewohner gebe es so etwas gar nicht. Molki kümmert sich um die Wohnungseinrichtung und -ausstattung, hat ein ganzes Lager voll nützlicher Sachen und immer ein offenes Ohr. Nur eines stört ihn: „Manche Bewohner bringen ihren Konflikt mit nach Deutschland, was ich einfach nicht verstehen kann.“ Sie möchten hier doch ein besseres Leben anfangen.

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