Ehrenamtliche im Einsatz für die Flüchtlinge

Susanne Leute und Horst Maylandt engagieren sich in der Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe Sprockhövel.
Susanne Leute und Horst Maylandt engagieren sich in der Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe Sprockhövel.
Foto: Bastian Haumann
30 Sprockhöveler engagieren sich in der Kleiderkammer – zwei von ihnen sind Susanne Leuteund Horst Maylandt. Sie wissen: Schon Kleinigkeiten können viel bewirken.

Sprockhövel.  Bei der Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe Sprockhövel engagieren sich gut 30 Personen. Zwei der vielen Helfer sind Susanne Leute und Horst Maylandt. Und sie freuen sich über viele positive Erlebnisse.

Der 70-Jährige hilft, „weil die Arbeit hier eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.“ Eine Selbstverständlichkeit ist es auch für viele Flüchtlinge, hier zu helfen. Auch sie sortierten die Kleidung nach Größe und in die Regale ein.

Susanne Leute wollte eigentlich nur ein paar Sachen spenden. „Ich kam dort ins Gespräch und erfuhr, dass die beiden Damen Hilfe brauchten.“ Also stand sie am nächsten Tag dort und half. Und am übernächsten Tag. „Und schwups, war ich auch schon dabei“, sagt die 42-Jährige. Susanne Leute hilft regelmäßig mit, beim Kleidersortieren, bei der Ausgabe und der Annahme. „Ganz wie es meine Zeit erlaubt, meistens einmal unter der Woche, hin und wieder bei Sonderterminen.“ Gerade die freie Zeiteinteilung gefällt ihr besonders gut. „Hier kann eben jeder so helfen, wie er kann. Ob nun einmal im Monat oder dreimal in der Woche.“ Die Organisation klappe dennoch ausgezeichnet. „Wir haben immer vier oder fünf Leute an der Ausgabe.“ An manchen Tagen sei das zwar gar nicht nötig. Da kämen vielleicht mal 15 oder 20 Leute. „Als aber der erste Schnee fiel, da standen direkt 60 Personen hier.“

Doch gibt es viel mehr an der Arbeit in der Kleiderkammer, das sie schätzt. „Es ist eine direkte, schnelle Hilfe für die Menschen, man kann direkt was tun“, sagt Susanne Leute. „Und man knüpft sehr schnell persönlich Kontakt zu den Menschen.“ Helfen könne übrigens jeder, findet sie. Es müssen auch gar nicht die großen Sachen sein. „Wie beispielsweise Hilfe beim Besuch der Ämter.“ Ab und zu reiche es, einfach den Weg zum nächsten Friseur zu beschreiben. „Es ist wichtig, mit den Leuten zu sprechen, wenn auch nur auf Englisch und Französisch – nur so entstehen Beziehungen.“

Tolle Rückmeldungen

Und sie bekommt viel zurück: Die Flüchtlinge bedanken sich mal mit einer Einladung zum Frühstück. „Sie möchten zeigen, wie sie sich zu Hause mit den Möbeln, die sie von uns bekamen, eingerichtet haben.“ Oder es wird zu einem Geburtstag eingeladen. „Da sind wir mit der ganzen Familie hin.“ Für Susanne Leute sind das ganz tolle Erlebnisse.

Auf der anderen Seite bekomme sie mit, dass einigen Menschen die Flüchtlingssituation Angst macht. „Wenn ich auch noch nicht gehört habe, dass jemand offen hetzte.“ Sie halte dann mit den positiven Erlebnissen dagegen. Es sei das beste Mittel gegen die Angst. „Und gegen rechtes Gedankengut.“

 
 

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