Die Kohle liegt am Wegesrand

Bei der jüngsten Bergbauwanderung des Vereins Bergbauhistorischer Stätten Sprockhövel, zeigten 30 Gäste ihr Interesse an der  industriellen Vergangenheit in der Stadt.
Bei der jüngsten Bergbauwanderung des Vereins Bergbauhistorischer Stätten Sprockhövel, zeigten 30 Gäste ihr Interesse an der industriellen Vergangenheit in der Stadt.
Foto: WAZ FotoPool
„Glück auf!“ Mit dem zackigen Bergmannsgruß hieß Uwe Peise seine kleine Gästeschar willkommen. Am Treffpunkt Querspange/Hiddinghauser Straße hatten sich bei endlich einmal frühlingshaften Sonnenstrahlen knapp 30 Interessierte eingefunden, die sich Wanderführer Uwe Peise gerne auf einem Fußmarsch durch die örtliche Bergbaugeschichte über den Pleßbachweg anschlossen.

Sprockhövel..  „Glück auf!“ Mit dem zackigen Bergmannsgruß hieß Uwe Peise seine kleine Gästeschar willkommen. Am Treffpunkt Querspange/Hiddinghauser Straße hatten sich bei endlich einmal frühlingshaften Sonnenstrahlen knapp 30 Interessierte eingefunden, die sich Wanderführer Uwe Peise gerne auf einem Fußmarsch durch die örtliche Bergbaugeschichte über den Pleßbachweg anschlossen.

Kaum hatte die fröhliche Truppe, ausgestattet mit festem Schuhwerk, Wanderstöcken, Rucksäcken und Kameras die erste Anhöhe der Egge erreicht, hielt der ausgewiesene Kenner der lokalen Bergbaugeschichte inne und scharrte mit der Fußspitze das trockene Laub beiseite: „Hier sehen Sie, dass die Kohle direkt unter der Erde liegt“, zeigte er auf die schwarzen Krümel, die noch aus der Zeit übrig sind, in der Sprockhövel Bergbauregion war.

Sprockhövel ist bereits seit dem 12. Jahrhundert ein Bergbaugebiet

Die Teilnehmer der Exkursion, bei der neun Kilometer Wanderstrecke entlang alter Schächte und Flöze führten, erfuhren nicht nur Grundsätzliches zu Fördertechniken im Tag- und Untertagebau, sie erhielten auch Informationen darüber, dass die Region Sprockhövel bereits im 12. Jahrhundert als Bergbaugebiet aktiv war. „Ich bin hier neu zugezogen und möchte gerne etwas über meine neue Heimat erfahren“, war der Grund von Brigitte Chmielewski, weshalb sie schon zum zweiten Mal an einer solchen Wanderung teilnahm. Für die Sprockhöveler Hans-Peter und Gisela Schlicht war es die erste, aber sicherlich nicht die letzte heimatkundliche Wanderung und auch sie nutzten die Gelegenheit, bei einem zünftigen Spaziergang etwas über die lokale Geschichte zu erfahren.

Begriffe wie „Egge“ oder „Flöz“ wurden ebenso erläutert, wie die Teilnehmerfragen nach dem Grund der vielen Tiernamen bei der Bezeichnung von Abbaustätten beantwortet wurden: „Flöz Mausegatt“, „Zeche Dachs & Grevelsloch“ oder „Zeche Alter Haase“ - die Bezeichnung habe an die Erfahrung und Lebenswelt der Bewohner der Region angeknüpft, lautete die Erklärung des Experten. Auch zur Neuordnung des Bergbaurechtes durch den Preußischen Staat oder verschiedene Abbaugenehmigungen in Form von Längen- oder Geviertfeldern erhielten die Teilnehmer interessante Informationen.

Bislang zweimal, ab 2013 dreimal pro Jahr, bietet der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhr Revier, Arbeitskreis Sprockhövel diese heimatkundlichen Führungen auf den Spuren des Bergbaus an.

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