Die Fledermäuse stimmen mit den Flügeln ab

An der Oströhre des Scheetunnels wird zurzeit gearbeitet, die Weströhre soll 2011 dran sein. Foto: Archiv, Poll
An der Oströhre des Scheetunnels wird zurzeit gearbeitet, die Weströhre soll 2011 dran sein. Foto: Archiv, Poll
Foto: POLL, Arne

Sprockhövel.. Die Arbeiten haben bereits begonnen: Der Scheetunnel wird hergerichtet. In welcher Form er Fußgängern und Radfahrern zugänglich gemacht wird, steht noch nicht hundertprozentig fest.

Dafür aber das: Fledermäuse finden hier ein sicheres Zuhause.

Genau das war zuletzt das Problem gewesen: Der Lebensraum der Fledermäuse. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hatte wegen Arbeiten der Stadt Wuppertal an einem anderen Tunnel protestiert, woraufhin die Bezirksregierung Wuppertal zur Zusammenarbeit mit den Naturschützern bei allen ähnlichen Projekten verpflichtete.

Die Gespräche sind offenbar mittlerweile weit fortgeschritten, eine Lösung scheint in Sicht: „Am 24. August gibt es ein hoffentlich abschließendes Gespräch“, sagt Rainer Widmann, der zuständige Projektleiter der Stadt Wuppertal. Es wird auch schon gearbeitet am Tunnel: Die Oströhre ist für den Menschen unzugänglich gemacht worden. Die Tunneleigentümerin Wuppertal lässt hier Steine mit Spalten anbringen, um zusätzliche Quartiere für Fledermäuse zu schaffen. „Die Fledermäuse werden hier ideale Bedingungen vorfinden“, sagt Rainer Widmann. Die Arbeiten an dieser Röhre seien fast abgeschlossen.

Bei der Weströhre ist die Lage etwas anders: Auch hier sollen Fledermäuse Zuflucht finden, geht es nach Wuppertal, aber auch Fußgänger und Fahrradfahrer Zugang haben. „Wir werden die Röhre voraussichtlich 2011 umbauen“, sagt Rainer Widmann. In welchem Umfang die Weströhre aber dem Menschen zugänglich gemacht werden wird, hängt von einem Monitoring-Verfahren ab. „Man schaut erstmal, ob die Fledermäuse alle in die Oströhre gehen“, sagt Widmann. Je weniger die fliegenden Säuger auch die Weströhre in Beschlag nähmen, desto intensiver könne man sie für den Menschen nutzen.

Auch die Stadt Sprockhövel war an den bisherigen Gesprächen beteiligt, kann aber selbst nichts mehr unternehmen, um Einfluss zu nehmen „Die Fläche vor dem Tunnel ist unsere Aufgabe“, sagt der Beigeordnete Bernd Woldt. Und die sei schon länger bereit. „Wir haben natürlich nach wie vor ein großes Interesse daran, dass der nächste Schritt gemacht wird“, sagt Woldt. Wie der aussieht, hängt wohl von den Fledermäusen ab.

 
 

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