Bürgermeister stellt sich klar gegen Ikea

Sprockhövel.  Unmut gegen den geplanten Homepark des schwedischen Möbelriesen an der Stadtgrenze wächst.

Bürgermeister Dr. Klaus Walterscheid bezog am Wochenende klar Stellung gegen den an der Stadtgrenze zu Wuppertal geplanten Ikea-Homepark: „Was soll aus unseren lebendigen, traditionell vom mittelständischen Einzelhandel geprägten Innenstädten werden, wenn die Geschäfte ausgelagert werden? Es würde nicht nur wirtschaftliche Einbußen, sondern vor allem auch Abstriche in der Lebensqualität bedeuten.“

Die SPD (Ratsfraktion und Stadtverband) hatte zu einer Info-Veranstaltung geladen. „Der Ennepe-Ruhr-Kreis kann nur mit einer Stimme auftreten“, erklärte der Bürgermeister weiter. Gemeinsam hätten die Städte deshalb ein Positionspapier zum Thema entwickelt.

Wenn es nach dem Wuppertaler Bürgermeister Peter Jung geht, kann der Ikea-Homepark nicht schnell genug die Fertighaus-Ausstellung an der Sprockhöveler Stadtgrenze in Wuppertal-Nord ablösen.

Das Vorhaben hätte fatale Auswirkungen, sagt Jürgen Köder von der Wirtschaftsförderungs-Agentur des Kreises. „In Sprockhövel gibt es 153 Einzelhändler, 49 von ihnen im Bereich Einrichtung, Glas, Sport, Foto-Optik und Haushalt wären durch den Riesenkonkurrenten bedroht.“

„Unsere Lage am Autobahnkreuz wird dem Einzelhandel ohnehin schon zum Verhängnis. Nur 20 Prozent der Kaufkraft der Einwohner bleibt in den Orten, der Rest wandert in die Großstädte. Ein Homepark direkt vor der Tür würde das nur verschlimmern“, sagt Wolfgang Weiss vom Werbering Hasslinghausen.

Schwierig wird das Handeln für den Ennepe-Ruhr-Kreis: Ikea würde deutlich näher an den Stadtkernen von Haßlinghausen, Gevelsberg oder Schwelm liegen – aber Wuppertal entscheidet und würde die Gewerbesteuer kassieren.

Auch die Anwohner haben Bedenken, vor allem wegen des Verkehrsaufkommens. „Ikea würde wahrscheinlich keine eigene Autobahn-Auffahrt bekommen, der Verkehr würde sich auf die ohnehin strapazierten Umgehungsstraßen ausweiten“, so der Erste Beigeordnete Bernd Woldt.

Was kann man also tun? Jürgen Köder: „Gerade jetzt müssen die Innenstädte mit Investitionen, neuen Parkplätzen oder Verschönerungen aufgewertet werden, um an Attraktivität zu gewinnen.“

 
 

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