Bischof kennt den Stallgeruch

Im Bild v.l.: Bischof Franz-Josef Overbeck, Pfarrer Jochen Winter, Pastor Burkhard Schmelz, Dennis Dittmer (vom Hof Krevert). Foto: Haumann
Im Bild v.l.: Bischof Franz-Josef Overbeck, Pfarrer Jochen Winter, Pastor Burkhard Schmelz, Dennis Dittmer (vom Hof Krevert). Foto: Haumann
Um die Verantwortung für Schöpfung und Tierschutz ging es bei einer Begegnung zwischen Bauerpräsident und Bischof. Und ginge es nach seinen Eltern, wäre Bischof Franz-Josef Overbeck Landwirt geworden – schließlich wuchs er auf dem elterlichen Hof auf. Wie das Leben so spielt, kam es anders. Bei einem Besuch des Sprockhöveler Hofs Krevert-Dittmer war er durch seine Jugend nah am Thema.

Um die Verantwortung für Schöpfung und Tierschutz ging es bei einer Begegnung zwischen Bauerpräsident und Bischof. Und ginge es nach seinen Eltern, wäre Bischof Franz-Josef Overbeck Landwirt geworden – schließlich wuchs er auf dem elterlichen Hof auf. Wie das Leben so spielt, kam es anders. Bei einem Besuch des Sprockhöveler Hofs Krevert-Dittmer war er durch seine Jugend nah am Thema.

„Und Landwirtschaft gehört zum Bistum wie Stahl und Kohle“, meinte er. Zu dem Besuch kam es durch eine Einladung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen. Zielsetzung der Begegnung war es seitens des Landwirtschaftsverbandes, einem Dialog zwischen Kirche und Landwirtschaft neue Impulse zu geben. Entsprechende Gesprächspartner saßen daher bei der Diskussion in der guten Stube des Hofes mit am Tisch.

Allen voran ist Johannes Röring zu nennen, Präsident des Westfälisch Lippischen Landwirtschaftsverbandes, sowie Pastor Burkhard Schmelz (Haßlinghausen, St. Josef) und Pfarrer Jochen Winter (Pfarreileitung Peter und Paul Herbede, St. Januarius) als Vertreter der örtlichen Gemeinden. Und eine kleine Hiobsbotschaft für die Kirchenvertreter gab’s vorne weg: In der Landwirtschaft wird selten noch geglaubt.

„Ich bin auch nicht gerade ein großer Kirchgänger“, gab Dennis Dittmer während einer kurzen Führung durch einen Stall zu. Hier stehen seine Milchkühe, 150 an der Zahl, Ackerbau betreibt er, um für die Tiere Futter anzubauen. Daher müsse, so der Bischof, wieder ein neuer Zusammenhang zwischen Glaube und Landwirtschaft hergestellt werden. Denn gerade junge Bauern brechen mit der Tradition, religiös zu sein. Dabei tragen die Bauern, so Präsident Röring, viel Verantwortung, die Menschen auf der Welt mit Nahrung zu versorgen und, so unterstrich Bischof Overbeck, „sie tragen Verantwortung gegenüber ihren Tieren und der Natur“. Tiere, die man aber nutzen dürfe, befand der Bischof. „Das dürfen wir, wenn wir sie ethisch verantwortlich halten“, so hob Overbeck hervor. Das war als Entgegenkommen in Richtung Röring zu verstehen, der reklamierte, dass Landwirtschaftsbetriebe, wenn sie expandierten und industriell arbeiteten, schnell ein Dorn im Auge der Bevölkerung seien. „Es kann nicht sein, dass bei jedem Autohersteller die Industrialisierung mehrheitlich als positiv angesehen wird, aber Landwirte wie vor 100 Jahren arbeiten sollen“, reklamierte der Verbandsvertreter. Er forderte „mehr Verantwortung in Bauernhände“. Dazu gehöre auch der technische Fortschritt sowie die Nutzung der Technik. Und da es, so Overbeck, keine Machthebel gebe, die entsprechenden Voraussetzungen dafür zu schaffen, müsse der Dialog mit den Bauern geführt werden. „Wir wollen auf ihr Bewusstsein wirken“, sagte der Bischof. Deutlich wurde auch, dass ein Intervenieren in der Landwirtschaft langwierig sei, da alles eng mit der Europapolitik verzahnt sei.

 
 

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