Bekenntnis zum Kindergarten

Gläubige hören von der guten Nachricht bei der Versammlung des Pfarrbezirks 4 der Evangelischen Gemeinde in Herzkamp

Der Kindergarten ist sicher: Das ist die gute Nachricht bei der Versammlung des Pfarrbezirks 4 der Evangelischen Gemeinde in Herzkamp am Sonntag nach dem Gottesdienst in der gut gefüllten Kirche. Nach dem einstimmigen Grundsatzbeschluss, so war zu hören, gilt die Kindergartenarbeit als unaufgebbares Feld der Kirche.

„Kindergärten sind als Verkündigungselement unendlich wichtig“, begründet Uwe Renfordt. Es bestehe das Bestreben, Teil eines Trägerverbundes zu werden und zusätzlich Sponsoren anzusprechen und entsprechende Aktionen durchzuführen.

Die Frage nach dem Kindergarten ist ein häufig angesprochenes Thema. Die Versammlung eröffnete Pfarrer Michael Helmert so: „Durch den Buschfunk habe ich gehört: Es besteht Unzufriedenheit darüber, dass man nichts weiß.“ Aus dem Gedanken heraus, mehr Transparenz zu schaffen, zu informieren und die Gemeindemitglieder in anstehende Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen, waren Interessierte darum zum Gespräch eingeladen worden.

Auch die Zukunft der Pfarrstelle beschäftigt viele der teils aufgebrachten Gläubigen, die den geballten Informationsfluss immer wieder mit Fragen und Anmerkungen unterbrechen. „Die Landeskirche geht pro Pfarrstelle von etwa 3000 Gemeindemitgliedern aus, wir haben nur 1400“, erklärt Uwe Renfordt das Problem. „Wir mussten in Verhandlungen zuerst auf einen gemeinsamen Nenner kommen, was jetzt geschehen ist: Es wird eine ganze Pfarrstelle eingerichtet werden.“

Viele Bürger klagen, dass zu viel Zeit verstrichen ist, bis man sich mit dem Problem der Neubesetzung der Pfarrstelle auseinandergesetzt hat. „Das geht ja mit dem Papst flotter“, meint eine ältere Dame und schüttelt den Kopf. Denn mit dem Beschluss ist die Pfarrstelle noch lange nicht besetzt. Einen geeigneten Kandidaten zu finden, könnte inklusive Kontaktgesprächen und Probearbeit nach der Freigabe der Stelle im Amtsblatt bis zu einem halben Jahr dauern. Aus dem Publikum kommt die Frage, ob die für die Pfarrstelle aufkommenden Kosten durch Spenden finanziert werden könnten. Zwar würde die Kirche, so Helmert, über alternative Finanzierungsmodelle in allen Bereichen nachdenken, eine Finanzierung durch Spenden würde in diesem Fall jedoch nicht greifen. Den Vergleich der Kirche mit einem Unternehmen in der freien Wirtschaft weist der Pastor von der Hand: Man müsse sich nicht täglich treffen, um vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Einmal monatlich sei vollkommen ausreichend.

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