Beim Swing mitschnippen

Wenn die Big-Band  zur Matinee íns Forum Börgersbruch einlädt, lassen sich die Sprockhöveler nicht lange bitten.
Wenn die Big-Band zur Matinee íns Forum Börgersbruch einlädt, lassen sich die Sprockhöveler nicht lange bitten.
Foto: WAZ FotoPool

„Fireman in Swing“. Unter diesem Motto stand die Big-Band der Feuerwehr am Sonntag zum Matinée-Konzert auf der Bühne im Forum der Grundschule Börgersbruch.

Das erste Mal in diesem Jahr. Im Gepäck: die guten alten Klassiker. Frank Sinatra, Armstrong oder sogar Paul Anka. Das Konzert war bestens besucht und manche der Zuhörer mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.

Big-Band-Chef Wolfgang Bremmer, der zusammen mit Hans Heimes, dem Dirigenten der Band durch das Programm führte, hatte da wieder mal sein Händchen für ein buntes und vielseitiges Musikprogramm unter Beweis gestellt.

Dabei wechselten sich Instrumentalnummern mit Songs bekannter Sänger ab. Ein Fall für Markus Zetzsche, der mit Reibeisenstimme den Stücken seinen eigenen Charme verlieh. Der musste aber ein wenig auf das musikalische Gaspedal drücken.

„Das bedeutet nicht, dass wir die Stücke jetzt alle schneller spielen“, beruhigte Wolfgang Bremmer die Gäste. Zetzsche müsse nur pünktlich zum Dienst in Düsseldorf antreten, sorgte er für Aufklärung. Sänger Zetzsche verabschiedete sich mit „My Way“ von Sinatra, jedoch nicht, bevor er selbst einmal an den Trommeln saß und für den nötigen Rhythmus gesorgt hatte. Apropos Rhythmus: Das kleine Einmaleins des guten Taktgefühls vermittelte der Dirigent der Band in einer kleinen musiktheoretischen Exkursion.

„Das nächste Stück ist ein Swing und da müssen sie mitschnippen“, forderte er das Publikum auf. „Und Swing groovt nur, wenn sie auf zwei und vier schnippen.“ Passenderweise hieß das Stück „Let’s groove“. Das Publikum ging aber lieber auf Nummer sicher und applaudierte nur am Ende des Stücks.

Dirigent Hans Heimes lobte vor allem ein Bandmitglied, der fast alle Bläsersätze arrangierte und der Bigband den guten Ton verleiht: Helmut Gießmann, der auf der Bühne die Posaune blies. „Er sorgt für Ordnung bei unseren Stücken“, betonte Hans Heimes. „Er ist sozusagen unser Gourmet der Noten.“ Wie es klingt, wenn Gießmann mal etwas „versalzt“, stellte Heimes mit kurzem Klangbeispiel unter Beweis. Denn wenn alle Bläser, vom Alt-Saxofon bis zum Bariton ein C spielen, heißt das nicht, dass auch überall ein C herauskommt.

Spätestens da war klar: Das gehört sortiert und Gießmann macht da eine klasse Arbeit. Nachdem Markus Zetzsche sich auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht hatte, stimmte die Band gekonnt noch einige Instrumentalstücke an, bevor beim ersten Matinée-Konzert des Jahres die letzte Note verklang. Lang anhaltender Beifall war der Lohn der Musiker.

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