Ausbau des AS-Jugendzentrums in Niedersprockhövel

Die Flüchtlingshilfe ist oft im Jugendzentrum Niedersprockhövel mit Angeboten präsent. Dazu gehört neben dem Kickern auch das Repair Café.
Die Flüchtlingshilfe ist oft im Jugendzentrum Niedersprockhövel mit Angeboten präsent. Dazu gehört neben dem Kickern auch das Repair Café.
Foto: Volker Speckenwirth
In Niedersprockhövel zieht die benachbarte Awo aus. Zusätzliche Räume könnten die Einrichtung behindertengerecht und multifunktional machen.

Sprockhövel..  Die Verwaltung hat dem Jugendhilfe-Ausschuss vorgeschlagen, freiwerdende städtische Räume beim Jugendzentrum AS Niedersprockhövel für weitere Jugendarbeit zu nutzen, auch um der gesetzlichen Forderung nach Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit nachzukommen. Die Kosten des Ausbaus setzt die Verwaltung bei rund 70000 Euro an. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder ist diesem Vorschlag gefolgt.

Barrierefreiheit eröffnet Optionen

Hintergrund ist, dass die im Gebäude des Jugendzentrums in Niedersprockhövel angesiedelte Sozialstation der Awo aufgegeben wird, der Unterbezirk Ennepe-Ruhr hat den Mietvertrag mit der ZGS zum Ende des Monats gekündigt. „Da haben wir überlegt, ob mit diesem neuen Raumangebot etwas anfangen können“, berichtet Fachabteilungsleiterin Evelyn Müller. Zusammen mit den Fachkollegen Ilse Crefeld und Ralph Holtze kam sie zum Schluss, dass die barrierefreien Awo-Räume im Gegensatz zum mehrstufigen Treppenaufgang des Jugendzentrumeingangs gut geeignet wären, Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die Angebote des Jugendzentrums zu erschließen. Auch generationenübergreifende Veranstaltungen wären in einem um die Awo-Räume ergänzten Jugendzentrum möglich. „Als wir das weitergedacht haben, wurde deutlich, dass die so entstehenden Räumlichkeiten Netzwerkangebote schaffen könnten, die von Beratungsstellen, der Flüchtlingshilfe, Arbeitsgemeinschaften der Schulen, der Freiwilligenbörse oder den diversen Wohlfahrtsverbänden neben dem Jugendzentrum genutzt werden könnten“, führte Müller aus.

Aber es werden Umbauarbeiten nötig, sollte dieses Konzept verfolgt werden. Ralph Holtze rechnete den besagten Betrag von 70000 Euro inklusive Umbau der Küche vor. Eine Förderung durch das Bauministerium NRW in Höhe von 49000 Euro sei denkbar, aber nicht sicher, sollte die Politik die Verwaltung beauftragen. So läge die Summe letztlich bei 21000 Euro, die die Stadt zu stemmen habe. Holtze warb bei den Politikern um diese Maßnahme: „Das ist eine Investition in unsere Kinder, und angesichts des erreichbaren Effekts wäre der finanzielle Einsatz eher Kleingeld, der überdies erst den Haushalt 2019 belastet!“

Die Vertreter der anwesenden Verbände Awo und Lebenshilfe sowie der beiden Kirchen begrüßten den Verwaltungsvorschlag einhellig, die Fraktionen jedoch sahen bei der Diskussion auf die Kosten – besonders vor dem Hintergrund der Grundsteuer-Debatte. „Gerade haben wir fraktionsintern über Einsparmöglichkeiten gesprochen, um einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen“, so die CDU. Eine Vermietung der Awo-Räume sei da besser. Union und FDP enthielten sich der Stimme, während SPD und Grüne auf die bewährte Arbeit der Jugendzentren in Niedersprockhövel und Haßlinghausen verwiesen und zustimmten.

 

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