Auf dem Sprung

Dirk Schade (li) ist Mitglied des Deutschen A-Kaders der Vielseitigkeitsreiter und startet in Kentucky. Dort wollen auch die Japaner Yoishiaki Oiwa (Mi.mit seinem Pferd Khanjar Black) und Kenki Sato hin. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Dirk Schade (li) ist Mitglied des Deutschen A-Kaders der Vielseitigkeitsreiter und startet in Kentucky. Dort wollen auch die Japaner Yoishiaki Oiwa (Mi.mit seinem Pferd Khanjar Black) und Kenki Sato hin. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Sprockhövel.. Weltreiterspiele 2010 in Kentucky, und das mit Haßlinghauser Beteiligung. Vom 25. September bis zum 10. Oktober werden drei Reiter der Stallgemeinschaft Hermessiepen an den sechsten Weltreiterspielen teilnehmen.

Einer von ihnen ist Dirk Schrade. Früher trainierte er in der Reiterhochburg Warendorf, seit Anfang 2009 ist er in Haßlinghausen. Bereits bei den vergangenen Weltreiterspielen war er am Start. Damals musste er auf Platz sieben liegend aufgeben, weil sein Pferd sich nach dem Geländeritt verletzt hatte.

Dieses Mal möchte er mehr. Schon im vergangenen Jahr qualifizierte sich Schrade mit seinen Pferden King Arthus und Gadget de la Cere für die Weltreiterspiele. Mit King Arthus wird er an den Start gehen. Noch steht er mit sieben anderen Reitern auf der „Longlist“ des Deutschlandkaders. Nur sechs von ihnen werden in Kentucky antreten, wiederum vier von diesen gehen für das deutsche Team an den Start, die beiden übrigen reiten in der Einzelwertung.

Dirk Schrade hofft auf einen Platz in der Mannschaft, genauso wie auf einen Platz auf dem Podest.

Neben Schrade haben sich der Japaner Yoshiaki Oiwa und sein Schüler Kenki Sato qualifiziert. Auch sie trainieren seit über einem Jahr in Haßlinghausen und werden im Herbst für Japan antreten. Bisher sind sie in ihrem Land nur zu zweit, eine Nationalmannschaft ist aber erst ab drei Reitern möglich. Beide hoffen daher noch sehr auf einen Teamkollegen, denn sie finden „im Team zu reiten macht mehr Spaß“. Um sich zu qualifizieren, muss man in CCI*** und CIC*** Disziplinen mehr als 60 Prozent der möglichen Punkte erlangen und darf nur maximal eine Verweigerung im Springen und dem Geländeritt haben. „Wenn man nur die Minimalanforderungen erreicht, macht es wenig Sinn, zur WM zu fahren. Die beiden allerdings haben die Qualifikation mit guten Platzierungen und sogar Siegen erreicht. So ist das Ziel nun nicht einfach nur dabei sein, sondern auch ein gutes Ergebnis“, so Schrade.

Mit seiner Qualifikation hätte zumindest der 25-jährige Kenki Sato nicht gerechnet. Nachdem er für seine Priesterausbildung in Japan eine lange Reitpause einlegen musste, startete er in dieser Saison von „Null auf WM“, so Schrade. Auf direktem Wege, also mit so wenig Turnieren wie nötig, stand schon fest: Auch für ihn geht’s nach Kentucky. „Wenn ich an den Start denke, bin ich schon ein bisschen nervös“, gibt Sato zu.

Gemeinsam mit Schrade und Oiwa trainiert er jeden Tag mehrere Stunden. Alle drei bis vier Tage gibt es zusätzlich ein spezielles Konditionstraining für die Sportpferde. Dabei galoppieren sie den Hügel der Geländestrecke am Hermessiepen hoch und werden dabei sukzessive schneller -- ein Intervalltraining also.

Aber auch mental bereiten sich Reiter und Pferd vor: „Unter Druck macht ein Pferd gar nichts. Man muss das Pferd für sich gewinnen, sein Vertrauen haben“, so Schrade. Jeden Tag dürfen die Tiere auf die Weide, die verdiente Entspannung nach dem Training.

Alle drei Reiter lieben die Arbeit mit dem Pferd: „Man lernt immer etwas Neues, es wird nie langweilig“, sagen sie. Turniere gehören für sie genauso dazu wie innige Pflege. Kenki Sato redet seinen Pferden gerne gut zu -- japanisch. Er mag die Verbindung zum Tier, geht darauf ein. „Man braucht Geduld, Pferde sind eben keine Maschinen“.

Mit der neuen Reitheimat ist Dirk Schrade mehr als zufrieden: „Es hätte gar nicht besser laufen können. Die Anlage ist toll, und von hier aus komme ich schnell auf jede Autobahn und so auch zu jedem Turnier“.

 
 

EURE FAVORITEN