Zum Geburtstach "Häppi Börsdi"

Ein Kaffeebecher voller englischer Worte und natürlich das bekannte „Sale“ (Verkauf).
Ein Kaffeebecher voller englischer Worte und natürlich das bekannte „Sale“ (Verkauf).
Foto: WAZ FotoPool
Als „Emil Plästerkamp“ lästert der Alstadener Gerd Plasmeier über die Allgegenwart des Englischen und beklagt dem Ruhrdeutschen sein’ Tod.

Oberhausen. Die WAZ-Glosse „Heute muss es ja Englisch sein“, die das Kauderwelsch einer Schule mit ihrem „Grips-and-Body-Day“ aufs Korn nahm, hat den Alstadener Gerd Plasmeier, der hin und wieder als Kabarettist unter dem Pseudonym „Emil Plästerkamp“ auftritt, angeregt, diesen Text zu schreiben:

„Watt brauchen wir englische Wörters! Da kannze hinkucken, wo du wills, ob inne Zeitung, Fernsehen und auch in datt Radio kannze datt hören, un die Reklame inne Läden tut dich erschlagen. Un dann die vielen Handzettels, für die se heute Fleiers sagen tun, hasse haufenweise in den Briefkasten liegen Aus alle Kanäle wirße mit datt englische Zeuch beballert, un datt is ein Deutsch, womit die meisten nix anfangen können.

Ich mein, datt et langsam reicht, watt die uns mit englische Wörters verdummdeufeln tun. Mit Wörters, die in unsere deutsche Sprache nix verloren haben. Immer mehr davon schleichen sich in unser Sprache ein un tun die langsam kaputtmachen.

Deutsch als Heim- und Herdsprache

Da gibt et Schlaumeiers, die erzählen uns, datt die Globalisierung datt macht. Andere meinen, datt unser Deutsch, datt wir ma gelernt haben, un die Sprache von die Dichters un Denkers war, eine Heim- un Herdsprache werden soll, vastehse datt? Ich nich!

Da gibt et Zeitgenossen, die meinen, datt se mehr auffallen tun, wenn se sich mit son englischen Slogen – heißst datt, glaub ich – schmücken tun. Dä Schuhladen bei uns anne Ecke, tut jetzt „She and he Shoes“ heissen un dä Frisör heißt gezz „Hairstyling Shop“. Bei eine Krankenkasse tat ich den Spruch entdecken „Fit for Working“. Die Klabufke sacht für mich: „Ich hab son Zettel gekricht, da steht drauf, ich soll mein Boddi loiten, weisse watt ich da machen soll?“ Aber den dicken Hals krich ich, wenn se an Geburtstach singen „Häppi Börsdi“ statt datt schöne deutsche Lied „Zum Geburtstach viel Glück“.

So geht datt weiter, wenne ma genau hinkucks is unsere ganze, sozusagen Umwelt, mit diese Wörters verseucht. Wir tun den Blödsinn, den sich die Werbefuzzis ausdenken, einfach schlucken. Wir tun uns doch nich wehren, wir lassen uns datt einfach überstülpen. Datt heißt, ich tu mich schon wehren, ich geh in kein Laden, wo datt Wort „Open“ steht un wo se „Sale“ vakaufen, geh ich auch nich hin. Musse dich ma die Franzmänner ankucken, da kommt sowat nich inne Tüte, die haben einen Vaein, der über ihre Sprache aufpasst, datt sich da nich so englische Brocken einschleichen tun.

"Datt Ruhrpottdeutsch is fast schon wie ein Dialekt"

Wir haben auch son Vaein, datt is die „Kultusminister-Konferenz“ un weisse watt die machen? Die tun sich da rumfetzen, ob man Kuss mit zwei „s“ schreibt oder mit den „ß“. Ich weiss ja, datt wir hier in den Ruhrpott nich datt beste Deutsch sprechen tun, is en bissken anders als wie datt Hochdeutsch, aber trotzdem, datt Ruhrpottdeutsch is fast schon wie ein Dialekt, stirbt aber leider aus, weil datt keiner mehr sprechen tut.

Gezz tut ma bissken auf den Emil Plästerkamp hören, dä will euch sagen, datt ihr euch wehren müsst un den Quatsch mit die englischen Wörters nich mitmachen tut. Wo ihr sowat sehen tut, müßter gegen meckern un sagen, datt wir datt nich wollen, wir tun in Deutschland leben un da wird Deutsch gesprochen un nich Denglisch, datt is dä eindringliche Rat von den Emil Plästerkamp.“