Wut und Spekulationen nach Pleite von „Go First“ am Centro Oberhausen

Das Fitness-Studio „Go First“ in Oberhausen am Centro ist insolvent: Die Kunden stehen vor verschlossenen Türen, die Betreiber haben keine Nachricht hinterlassen.  Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
Das Fitness-Studio „Go First“ in Oberhausen am Centro ist insolvent: Die Kunden stehen vor verschlossenen Türen, die Betreiber haben keine Nachricht hinterlassen. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
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Oberhausen.. Nur wenige Tage vor seinem Antrag auf Insolvenz hat das Fitness-Studio „Go First“ Kunden mit Sonderangeboten geworben. Eine Anwältin sammelt Beschwerden für eine gemeinsame Betrugsanzeige. Angeblich will ein Investor das Studio übernehmen.

Der Trubel um das geschlossene Fitnessstudio „Go First“ am Centro hat sich nicht gelegt – im Gegenteil: Immer mehr Kunden äußern ihren Ärger, da sie die Mitgliedsbeiträge teilweise weit im Voraus gezahlt hatten – und oftmals erst seit wenigen Wochen in dem Studio trainierten.

Der Betreiber hatte am vergangenen Freitag Antrag auf Insolvenz gestellt. Nach Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters Andreas Röpke wird noch entschieden, ob zeitnah das Insolvenzverfahren eröffnet werden kann. Zunächst müsse geprüft werden, ob überhaupt ausreichende Mittel für ein Verfahren vorhanden seien.

Derweil wird über die Zukunft der Immobilie an der Centroallee wild spekuliert: So heißt es etwa, dass bereits in wenigen Tagen ein Nachfolger das Fitnessstudio übernehmen soll.

Staatsanwaltschaft prüft Insolvenzverfahren

In diesem Zusammenhang fällt häufig der Name Joachim Herden. Der Investor der geplanten Skihalle auf dem Stahlwerkgelände ist derzeit Inhaber des Fitnessstudios „cc sportwelt“ am Eisenhammer. Daher war vermutet worden, dass Herdens Fitnessstudio die Immobilie nun kurzfristig übernehmen könnte. Auf Nachfrage sagte Herden am Donnerstag: „An den Gerüchten ist nichts dran. Wir haben gute Räumlichkeiten im Eisenhammer. cc sportwelt wird nicht umziehen.“ Über andere Investitionsabsichten äußerte sich Herden allerdings nicht.

Auch der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Röpke widerspricht Spekulationen, dass kurzfristig ein Nachfolger in die ehemaligen „Go First“-Räumlichkeiten einziehen soll: „Eine Einigung gibt es nicht!“

Mitgliedern mit offenen Beträgen rät Röpke, ihre Daten schriftlich an seine Kanzlei zu senden, damit sie in einer vorläufigen Gläubigerliste eingetragen werden können.

Röpke weist außerdem darauf hin, dass jedes Insolvenzverfahren auch von der Staatsanwaltschaft geprüft werde. Röpke: „Sollten Gelder verschwunden sein, werden wir Wege suchen, wie wir sie wiederbekommen.“ Die Anwältin Sarah Walisko sammelt unabhängig davon weiter die Beschwerden von Geschädigten für eine gemeinsame Betrugsanzeige.

Mitarbeiter warteten auf ihr Geld

Das Studio gilt mit 6000 Mitgliedern als größter Anbieter in der Stadt. Zahlreiche Kunden beklagen sich über die „Go First“-Sonderangebote, die nur wenige Tage vor dem Antrag auf Insolvenz per Vorkasse verkauft worden waren. So konnten sich Kunden für drei Jahre an das Studio binden – dafür erhielten sie einen Sonderpreis: Sie mussten dann nur zwei Jahre bezahlen – wohlgemerkt vorab und per Barzahlung.

Bereits Monate vor dem Studio-Aus hätten sich Mitglieder zudem – wohl aufgrund der Lockangebote - über überfüllte Trainingsflächen beklagt. Auch die Belegschaft hätte auf ihr Geld warten müssen. Den Beschäftigten sollen demnach mehrere Monatslöhne nicht gezahlt worden sein.

 
 

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