Oberhausen

Wölfin ist zurück im Sterkrader Wald – Schäfer in Oberhausen bangt um 260 Schafe

Eine Wölfin lebt nun in NRW: Viele Schäfer haben Angst um ihre Herden.
Eine Wölfin lebt nun in NRW: Viele Schäfer haben Angst um ihre Herden.
Foto: dpa (Symbolbild)
  • In NRW lebt seit Monaten eine Wölfin
  • Ihr Revier weitet sich aus: Nun zählt auch der Sterkrader Wald und die Umgebung dazu
  • Für Schäfer Florian Preis und seinen Familienbetrieb hat das Umherstreifen der Wölfin diese massiven Konsequenzen

Oberhausen. Seit sechs Monaten hält sich eine Wölfin in ihrem fast 960 Quadratkilometer großen Revier in NRW auf. Die Kreise Kleve, Wesel, Borken und die Stadt Bottrop liegen in ihrem Revier, aber eben auch Oberhausen.

Schäfer Florian Preis vom Team der Ruhrschäferei glaubt, dass die Wölfin rund um Schermbeck lebt und bei ihren Streifzügen auch schon mal im Sterkrader Wald auftauchen wird.

Schafsherde steht mitten im neuen Wolfs-Revier

Rund 260 Schafe stehen auf den Flächen an der Emscher, das ist mitten im neuen Wolfsgebiet. Trotzdem nimmt Florian Preis die Situation noch nicht als dramatisch wahr.

„Noch bin ich entspannt, wir wissen noch nicht so genau, wie groß das Gebiet ist und ob aus einer Wölfin ein Rudel wird“, so der Schäfer.

Gesehen habe er die Wölfin schließlich noch nicht. Selbst, wenn es ein Rudel werden sollte, müsse man erst einmal abwarten.

„Rudel wandern und einen Wolf gibt es in der Region auch nicht zum ersten Mal“, erklärt Florian Preis. Doch für Begeisterung sorge die Rückkehr des Wolfs bei ihm natürlich nicht.

„Für mich war das eine Frage der Zeit bis sich hier der erste Wolf ansiedelt“, so Preis. Denn die Bedingungen seien einfach zu gut für die Tiere.

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Schäfer: Sterkrader Wald ist gutes Umfeld für Wölfe

„Wölfe sind unglaublich anpassungsfähig, der Sterkrader Wald bietet ihnen ein gutes Umfeld.“

Deswegen habe er auch nicht verstanden, wieso Wolfsforscher es lange für unmöglich hielten, dass sich Wölfe in der Gegend rund um Oberhausen wieder ansiedeln könnten.

Bisher habe sein Betrieb aber eher ein größeres Problem mit freilaufenden Hunden und Füchsen, so Preis.

Oberhausener Schäfer erwartet mehr Hilfe von Bezirks-und Landesregierung

Trotzdem erwartet sich der Schäfer momentan mehr Hilfe von der Bezirks-und Landesregierung, um sich besser auf den Wolf vorbereiten zu können.

Das Wolfsgebiet ist vor allem deswegen so großflächig ausgewiesen worden, weil Nutztierhalter dann Fördergelder beantragen können, erklärt Preis. Auch er stelle gerade verschiedene Anträge auf Kostenerstattung, zum Beispiel für die jetzt umso wichtiger gewordenen Elektrozäune.

In Florian Preis Schäferei stellt man sich die Frage: „Wem stellen wir den Zeitaufwand für die Instandhaltung der Zäune in Rechnung? Wer bezahlt uns das?“

Momentan unterstützt das Land die Anschaffung von Elektrozäunen zu 80 Prozent. Für gerissene Schafe und andere Nutztiere gibt es eine Entschädigung.

 
 

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