„Wir sind Wegbegleiter“

Sie bilden das Stammteam des ambulanten Kinderhospiz „Möwennest“ (v.l.): Carolin Tembrink, Bernadette Berger und Sandra Förster.
Sie bilden das Stammteam des ambulanten Kinderhospiz „Möwennest“ (v.l.): Carolin Tembrink, Bernadette Berger und Sandra Förster.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Ambulantes Kinderhospiz „Möwennest“ ist das erste seiner Art in Oberhausen. Ehrenamtliche Helfer für die Betreuungsarbeit werden noch gesucht.

Oberhausen.. Sterbenskranke Kinder auf ihrem Weg begleiten – das hat sich das neu gegründete ambulante Kinderhospiz „Möwennest“ zum Auftrag gemacht. Dabei definieren sich die Ehrenamtlichen nicht als Sterbe-, sondern als Wegbegleiter.

Seit zehn Jahren war es Bernadette Berger, Pflegedirektorin im Katholischen Klinikum, ein Anliegen, sterbenskranke Kinder in Oberhausen zu betreuen.

Was das heißt, weiß Berger nur zu gut. Sie hat selbst vor einigen Jahren zwei Kinder und ihre Familien begleitet. „Ein Junge ist gestorben“, erzählt die Pflegedirektorin. Die Unterstützung der Familie ging in diesem Fall noch weiter. „Ich habe geholfen, die Beerdigung des muslimischen Jungen in der Türkei zu organisieren und habe gemerkt, dass es wichtig ist, die Angehörigen zu unterstützen, die selbst von Trauer umgeben sind“, sagt Berger. Beim zweiten Kind gab es eine Wende im Krankheitsfall. „Sie hatte Leukämie. Aber sie lebt dank einer lebenswichtigen Stammzellenspende.“

Viele Familien mit sterbenskranken Kindern sind schon lange auf der Suche nach einem Hospizdienst, der die Familien dort abholt, wo sie Zuhause sind: in der vertrauten Umgebung. „Doch um das Kinderhospiz gründen zu können, brauchten wir Unterstützer, die uns zur Seite stehen.“ Mit dem Förderverein Hospiz St. Vinzenz Pallotti ist so ein Unterstützer gefunden worden. Durch den Verein wurden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, die wiederum die Ausbildung der ehrenamtlichen Wegbegleiter möglich macht.

Eine einjährige Schulung

Denn das ambulante Kinderhospiz steht noch ganz am Anfang. Zum 1. September wurde das „Möwennest“ gegründet. Die Arbeit besteht darin, zwei bis drei Stunden pro Woche in die Familien zu gehen, den kranken Kindern, aber auch ihren Familien Ansprechpartner und Vertrauensperson zu sein und den Alltag mitzugestalten. Das kann die Betreuung des kranken Kindes sein oder auch die Entlastung der Eltern.

„Wichtig ist, dass die ehrenamtlichen Betreuer sich engagieren, Empathie zeigen, zuverlässig sind und offen auf Menschen zugehen“, erklärt Koordinatorin Sandra Förster. Wenn die Vertrauensbasis zwischen der Familie und dem Betreuer aufgebaut sei, könnten die Ehrenamtlichen beispielsweise mit dem Kind spielen und auch mal alleine gelassen werden, damit die Eltern Zeit für sich haben. Diese Vertrauensbasis aufzubauen, braucht Zeit, ist aber ein zentraler Baustein zur Unterstützung.

13 ehrenamtliche Betreuer wurden schon gefunden, weitere werden gesucht. Am 6. November startet eine einjährige Schulung, die die Betreuer auf den Ernstfall vorbereitet. Dort lernen sie, die richtigen Worte zu finden, und die Kunst, „einfach da zu sein“. Im Einsatz werden die Wegbegleiter tatkräftig von den Koordinatoren Carolin Tembrink und Sandra Förster unterstützt. Der Betreuungsdienst muss dabei nicht immer mit dem Tod eines Kindes enden.

 
 

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