Oberhausen

„Wir sind stinksauer!“ Unbekannte verwüsten gemeinnützige Werkstatt in Oberhausen

Das Netzwerk „Willkommen in Oberhausen“ setzt sich für Geflüchtete ein. (Archivbild)
Das Netzwerk „Willkommen in Oberhausen“ setzt sich für Geflüchtete ein. (Archivbild)
Foto: Tom Thöne / FUNKE Fotoservices
  • Unbekannte brachen in die WiO-Fahrrad-Werkstatt ein
  • Sie verwüsteten die Räumlichkeiten und ließen jeden wertvollen Gegenstand mitgehen
  • Die Initiative fühlt sich jetzt nicht mehr sicher

Oberhausen. Schock für die Initiative „Willkommen in Oberhausen“ (WiO). Als sich die ehrenamtlichen Mitglieder in dieser Woche vor den eigenen Räumlichkeiten in der Tackenbergschule treffen wollten, standen sie vor verschlossener Tür.

Das Oberhausener Gebäudemanagement hatte die Tür zugeschweißt und mit Riegeln gesichert, berichtet das Netzwerk. Der Grund dafür ist mehr als traurig: Unbekannte hatten sich gewaltsam Zugang zur Fahrradwerkstatt verschafft, berichtet WiO. Die Räumlichkeiten seien verwüstet und massenweise Werkzeug, Ersatzteile sowie gespendete Räder geklaut worden.

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„Wie kann man so dreist sein?“

Der finanzielle Schaden laut WiO: 1.600 Euro. Hinzu komme der materielle Wert der gespendeten Fahrräder. In einem emotionalen Post auf ihrer Facebook-Seite lässt die Initiative ihrem Unmut freien Lauf: „Geht's noch, Leute?“, fragen die Ehrenamtlichen und fügen hinzu: „Wir sind stinksauer!“

Die Ehrenamtlichen können nicht begreifen, warum eine Initiative beklaut wird, die nach eigenen Angaben über 200 Fahrräder repariert habe und diese an geflüchtete Menschen spende. „Wie kann man so dreist sein?“, fragen sie.

„Im Moment sind wir einfach nur sauer“

Auch wenn die WiO-Mitglieder „im Moment einfach nur sauer“ sind, wollen sich weiter engagieren, sagen sie. Nur nicht mehr in den abgelegenen Räumlichkeiten der Tackenbergschule. Da fühlen sie sich nicht mehr sicher.

Deshalb sucht WiO dringend nach einem neuen Ort, wo sie die Fahrrad-Werkstatt wieder aufbauen können. Wenn die Initiative dabei Erfolg hat, müssen die Ehrenamtlichen die Werkstatt wieder neu ausstatten.

Es wird dauern, bis sich das Netzwerk von dem „herben Rückschlag“ erholen wird. In der Vergangenheit konnte WiO die Werkstatt aus Mitteln des „Komm-An“-Programms (Land NRW) beschaffen. Das sei jetzt allerdings nicht mehr möglich. Darum ist das Netzwerk auf Spenden (Werkzeug, Räder und Ersatzteile) angewiesen.

 
 

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