„Wir sind nicht gegen Arbeitsplätze“

Harald Bunk und Ludger Heithausen von der Bürgerinitiatibe „pro Weierheide“ zeigen einen der kritischen Punkte, die Kreuzung an der Erlenstraße, Von-Trotha-Straße und Weißensteinstraße.
Harald Bunk und Ludger Heithausen von der Bürgerinitiatibe „pro Weierheide“ zeigen einen der kritischen Punkte, die Kreuzung an der Erlenstraße, Von-Trotha-Straße und Weißensteinstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Die Mitglieder der Bürgerinitiative „pro Weierheide“ wollen nur einmal klar stellen, dass sie nicht gegen die Ansiedlung von Gewerbe und neue Arbeitsplätze sind. Ihnen geht es lediglich um die Art des Gewerbes und eine vernünftige Verkehrsplanung.

Oberhausen.. Mitglieder der Bürgerinitiative „pro Weierheide“ wehren sich vor allem gegen eines: den immerwährenden Vorwurf, sie seien gegen Arbeitsplätze. „Immer wenn der Politik die Argumente ausgehen, kommen sie damit“, sagte BI-Mitglied Ludger Heithausen jetzt. Dabei sei das Quatsch. „Wir wollen nur, dass dieses nicht kleine Gebiet vernünftig überplant wird“, fordert er für alle die Flächen im Bereich rund um Weißensteinstraße oder auch Waldteichstraße, an denen Gewerbe angesiedelt werden soll.

Logistikpark soll entstehen

Aktueller Anlass für die Bürgerinitiative erneut auf die Barrikaden zu gehen: Auf dem 230 000 Quadratmeter großen Gelände des Kohlelagers der Ruhrkohle AG soll ein Logistikpark entstehen. Entwickeln will die Flächen das Unternehmen Logport Ruhr. Und noch mal: „Wir sind nicht gegen eine Besiedelung der Fläche“, erklären Heinz Tinnelfeld, Ludger Heithausen und Harald Bunk von der BI. Aber gerade ein Logistikunternehmen sei mit einem hohen Verkehrsaufkommen verbunden.

Und das sei, wie auch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten festhält, nicht ohne den Ausbau bestimmter Knotenpunkte bzw. eines komplett neuen Autobahnanschlusses zu bewältigen.

Belästigung für die Anwohner

Die Mitglieder der Initiative kämpfen schon seit vielen Jahren für ihre Wohnqualität. Alles begann mit dem Gewerbepark „Im Erlengrund“. Bei einer Bürgerversammlung, zu der die SPD im Jahr 1998 eingeladen hatte und bei der über die Pläne im Bereich des Gewerbegebietes Erlenstraße informiert wurde, kam es zu erheblichen Protesten.

„Da sollte damals ein Recyclingbetrieb für Straßen-, Bau- und Bodenschutt hin“, erinnert Bunk. Ein Unternehmen, das 20 Arbeitsplätze gebracht hätte und gleichzeitig eine erhebliche Verkehrs- Lärm- und Staubbelästigung für die Anwohner.

Alternativkonzept mit Mischgewerbe

Bunk erzählt nicht ohne Stolz, wie man sich damals wehrte. Wie Mitglieder der Initiative gemeinsam mit der Stadt und der Eigentümerin der Fläche eine Alternativkonzept mit Mischgewerbe entwickelten und so unterm Strich 400 Arbeitsplätze entstanden. Sogar die Recyclingfirma sei der Stadt erhalten geblieben, habe einen besser geeigneten Standort gefunden.

2008 dann die nächste Aktion der Bürgerinitiative. Diesmal wollte Thyssen-Krupp-Materials ein Röhrenzentrallager auf dem Waldteich-Gelände bauen, das 400 Arbeitsplätze gebracht hätte. Doch dann kam die Finanzkrise. Das Projekt wurde zunächst auf Eis gelegt. Parallel dazu befasst sich das Verwaltungsgericht Münster mit diesem Fall.

Bebauungsplan geändert?

Bunk: „Ein Anwohner lässt mit unserer Unterstützung klären, ob die Stadt einen Bebauungsplan, der im Konsens mit Bürgern erstellt wurde, einfach so ändern darf.“ Genau das sei passiert. Die Stadt habe den Bebauungsplan, der wie im Erlengrund Mischgewerbe vorgesehen hatte, für das geplante Röhrenzentrallager ändern lassen.

„Die Stadt reagiert immer nur, sie agiert nicht“, so der Vorwurf Bunks. Sobald dann ein Investor käme, greife sie zu, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie das riesige Verkehrsaufkommen, das gerade Logistik-Unternehmen mit sich brächten, zu bewältigen sei. Zumal schon das Gutachten sage: „Vorsicht, Ihr seit mit dem Verkehr am Limit.“ Ein Ende der Fahnenstange bei Gewerbegebieten ist jedoch noch nicht erreicht. Bunk nennt weitere: etwa die Fläche an der Weißensteinstraße, wo Oxea zurückgebaut habe. Oder die große Grünfläche auf der anderen Seite oder Autobahn. Und das Gelände der ehemaligen Schachtanlage der Zeche Sterkrade.

 
 

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