Oberhausen

Feuerwehr und Rettungskräfte werden immer öfter im Einsatz angegriffen und das ist der Grund

Jörg Preußner von der Feuerwehr Oberhausen berichtet über Angriffe auf Feuerwehrmänner und Rettungskräfte.
Jörg Preußner von der Feuerwehr Oberhausen berichtet über Angriffe auf Feuerwehrmänner und Rettungskräfte.
Foto: Funke Foto Services

Oberhausen. Meistens passiert es im Einsatz mit alkoholisierten Menschen. Bei Großveranstaltungen wie Oberhausen Olé, der Sterkrader Kirmes oder auch Silvester müssen Rettungskräfte besonders mit Angriffen rechnen. Doch woher kommt das?

Wir sprachen mit Jörg Preußner (Pressesprecher der Feuerwehr Oberhausen) über die Vorfälle in Oberhausen.

Er sagt: „Wie oft Angriffe vorkommen, kann ich nicht genau sagen. Die Kollegen vermerken das nicht immer. Manchmal werden die Kollegen nur verbal attackiert und beschimpft. Erst wenn eine Anzeige erstattet wird, erfahren wir davon.‟

Von den krassen Fällen erfährt er dann aber doch. So zum Beispiel an Silvester 2016, als Böller in einen Rettungswagen geschmissen wurden.

Aber es gibt auch Fälle, in denen Menschen handgreiflich werden.

Das erlebten die Rettungskräfte in Oberhausen

Jörg Preußner erzählt: „ Wir hatten auf der Straße im Rettungswagen eine Reanimation. Auf einem Fahrstreifen ging gar nichts mehr. Im Wagen ging es um Leben und Tod. Der Verkehr staute sich hinter dem Wagen. Da verlor jemand die Nerven.‟

Einem Kurierfahrer dauerte das zu lang. Er wollte den Rettungswagen aus dem Weg bringen. Also ging er kurzentschlossen zum Rettungswagen, öffnete das Fahrerhäuschen und setzte sich auf den Fahrersitz. Als die Rettungssanitäter ihn daran hindern wollten, kam es zum Handgemenge. Eine Anzeige folgte.

Für das Verhalten des Kurierfahrers hat Jörg Preußner eine Erklärung: „ Die Menschen sehen erst einmal ihre eigenen Interessen. In dem Fall wollte der Mann weiterarbeiten und auf der Straße fahren können. Da hat er nur für sich entschieden und die Hemmungen verloren. Deshalb ist er dann in ein fremdes Fahrzeug, sogar einen erkennbaren Rettungswagen gestiegen und wollte den umsetzen.‟

Auch vor der Turbinenhalle wurden die Feuerwehrmänner schon angegriffen

Bei einem anderen Angriff kam es zu hohem Sachschaden an den Einsatzfahrzeugen. Die Feuerwehr wurde zur Turbinenhalle alarmiert, weil es dort einen Meldeinsatz gab. Dort hatte eine Fritteuse eine starke Rauchentwicklung ausgelöst.

Besucher machten Feuer vor der Halle

In der Turbinenhalle fand zu der Zeit ein Festival statt. Die Besucher, die keine Karte mehr bekommen hatten, machten vor der Halle ein Feuer mit Autoreifen und anderem Unrat. Als sie die ankommende Feuerwehr erblickten, griff einer aus der Gruppe zu einem Stein am Boden und warf ihn in Richtung des Einsatzwagens. Daraus entwickelte sich eine Kettenreaktion. „Vermutlich haben die gedacht, dass wir ihnen das Feuer vor der Halle ausmachen wollten.‟

In der Turbinenhalle selbst hatten die Mitarbeiter die Rauchentwicklung von der Fritteuse zwar im Griff, aber die Feuerwehr musste trotzdem rein und die Brandmeldeanlage zurückstellen. Dafür wurden die Feuerwehrmänner dann vom Security-Dienst zu Fuß zur Halle begleitet.

Hemmschwelle geht zurück

Jörg Preußner sagt:„Die Hemmschwelle ist zurückgegangen. Erst seit drei oder vier Jahren ist das in den Großeinsätzen immer präsenter. Da fährt man auch mit einem anderen Gefühl raus. Das belastet die Kollegen auch bei der Anfahrt zum Einsatz.‟

Behörden sind nicht gern gesehen

Es ist oft nicht mehr klar, wer den Menschen was Gutes will und wer nicht. „Die Gesellschaft vermischt das mittlerweile. Die Menschen denken: Alle, die zu einer Behörde gehören, wollen mir erstmal was. Dabei sind wir die Guten. Wir helfen und retten Leben‟, sagt Jörg Preußner.

Seit circa vier Jahren arbeitet die Feuerwehr eng mit der Polizei zusammen und bekommt Schulungen, die zur Deeskalation beitragen sollen. Kommunikation ist dabei ein großes Thema. Das Gespräch soll in eine richtige Richtung gelenkt werden, auf Augenhöhe. Denn Gegengewalt ist natürlich keine Lösung für die Feuerwehrmänner.

Höhere Strafen für Angreifer

Wer Rettungskräfte angreift, muss aber jetzt mit härteren Strafen rechnen. Ein Gesetz legt fest, dass Attacken gegen Polizisten oder andere Amtsträger sogar bei einer Streifenfahrt mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden können.

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