Wir sind dann mal weg

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Der Wohnmobil-Stellplatz am Kaisergarten wird relativ gut genutzt – aber nicht alle Nutzer zahlen auch.

Oberhausen. Wohnmobilisten sind eine gern genannte Zielgruppe, wenn es darum geht, wie man künftig noch mehr Gäste nach Oberhausen lotsen könnte. Der Stellplatz am Kaisergarten könne noch attraktiver sein, heißt es bei den Touristikern. Kurz vor den Sommerferien hat die NRZ sich bei den Campern umgehört, was die Anlage ihrer Meinung nach dafür bieten müsste. Angenommen wird sie derweil bereits relativ gut, heißt es beim zuständigen Oberhausener Gebäudemanagement (OGM). Allein: Nicht jeder, der sie nutzt, zahlt auch dafür.

„Kostenaufwand für Schrankensystem zu hoch“

„Der Stellplatz wird im ADAC-Reiseführer und im Internet beworben. Wir haben regelmäßig Anfragen von Campern, die ein paar Tage in Oberhausen verbringen möchten“, sagt OGM-Sprecher Alexander Höfer. Im Jahr 2011 habe man 2899 zahlende Besucher registriert, in diesem Jahr hätten bisher 860 Camper für die Übernachtung gezahlt. „Die Zahlungsmoral sinkt allerdings“, bemängelt Höfer.

Am Stromverbrauch lasse sich erkennen, dass der Platz von mehr Leuten genutzt würde als Parktickets gezogen werden. Zwar habe man bereits über den Einbau eines Schrankensystems nachgedacht, „der Kostenaufwand aber wäre zu hoch“. Höfer appelliert an die Übernachtungsgäste, die Gebühr von sieben Euro pro Tag ordnungsgemäß am Automaten zu entrichten: „Sonst muss man sich überlegen, ob man das Angebot so aufrecht erhalten kann.“

"Der Platz ist bezahlbar und hat alles, was man braucht"

Der Niederländer Gerd Wolbers, der am Kaisergarten Quartier aufgeschlagen hat, hat für das Schwarzcampen kein Verständnis. „Der Platz ist bezahlbar und hat alles, was man braucht“, findet der Camper, der auch die Nähe zum Centro schätzt. Doch nicht nur Touristen ziehen die Übernachtung im Wohnmobil dem Hotelaufenthalt vor, mancher Aufenthalt ist berufsbedingt. „Ich fühle mich in meinen eigenen vier Wänden einfach wohler“, erklärt Ulrich Schürmann. Der Duisburger nutzt den Platz regelmäßig, wenn er am nächsten Tag zu früher Stunde in Oberhausen arbeiten muss. „Zweckmäßig eingerichtet“ sei der Platz, zum Ausspannen aber ungeeignet: „Es ist sehr laut, vor allem in der Woche hört man andauernd Züge – tagsüber wie nachts.“

„Gut gelegen, aber für einenlängeren Urlaub ungeeignet“

„Für einen Stellplatz ist die Ausstattung in Ordnung“, erklärt ein Oberhausener (62), für den der Platz zum zweiten Zuhause geworden ist. Er trifft hier Bekannte aus den Nachbarstädten, kümmert sich auch mal um die Hunde der anderen Camper, wenn diese die Stadt erkunden oder arbeiten. Der Platz sei zwar sehr sauber, habe eine Entsorgungsstation für Abwässer und eine Station mit Frischwasser. „Der Boden ist aber eine Katastrophe. Wenn es regnet, säuft man ab.“

Fürs Kabarett im Zentrum Altenberg ist Ingegerd Giese (53) aus Münster angereist. Den Platz kennt der Camping-Fan schon länger: „Wir haben ihn in einem Stellplatzführer im Internet gefunden, nutzen ihn immer mal wieder.“ Der Platz sei von der Autobahn gut zu erreichen und ein guter Ausgangspunkt für Unternehmungen. „Man kann hier schön spazieren und kommt mit dem Rad überall hin.“

Ganz zufrieden ist Giese trotzdem nicht: „Es wäre schön, wenn man einen Meter mehr Platz hätte“, sagt sie mit Blick auf die Hecken, die die Stellplätze trennen. „Wenn man einen Tisch aufstellen möchte, wird’s knapp.“ Und: Auf ein Sanitärhäuschen seien zwar die wenigsten Camper angewiesen, „aber wenn es Toiletten und Duschen gäbe, wäre es schon komfortabler“. Für einen längeren Urlaub, da sind sich die Camping-Fans einig, sei der Platz nicht geeignet.

 
 

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