Wie Eltern vor Oberhausens Schulen für Gefahren sorgen

Andrea Rickers
Vor den Schulen stauen sich morgens und abends die Autos, Schüler müssen sich vorsichtig durch den Verkehr tasten, so die Polizei.
Vor den Schulen stauen sich morgens und abends die Autos, Schüler müssen sich vorsichtig durch den Verkehr tasten, so die Polizei.
Foto: WAZ FotoPool
  • Eltern gefährden die Sicherheit ihrer und anderer Kinder, hat die Polizei beobachtet
  • Knöllchen, die vor Schulen verteilt werden, können bis zu 75 Euro kosten
  • Polizei und Schulen setzen aber vor allem auf Aufklärung und Information

Oberhausen. Die Verkehrssituation vor Oberhausener Schulen bewertet die Polizei derzeit als so gefährlich für Schüler, dass sie verstärkt morgens und mittags kontrolliert. Dabei haben die Beamten ein massives Fehlverhalten der Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen oder abholen, festgestellt.

„Vor den Schulen geht es drunter und drüber“, sagt Polizeisprecher Axel Deitermann, „die Eltern kümmern sich selbst nicht um Verkehrsregeln“. Weshalb die Polizei nun einen eindringlichen Appell an die Erziehungsberechtigten richtet, die Sicherheit ihrer und anderer Kinder nicht zu gefährden und gemäß der Straßenverkehrsordnung zu fahren. Die Liste der Vergehen ist nämlich lang: Eltern parken auf Gehwegen, haben Kinder im Auto, die nicht angeschnallt sind oder halten im absoluten Halteverbot.

Autos mitten auf der Straße

Mal eben einsteigen oder aussteigen lassen, dafür bleiben Eltern mit ihrem Auto mitten auf der Straße stehen – obwohl, „ich habe es selbst beobachtet“, sagt Deitermann, „rechts daneben ein Randstreifen mit fünf freien Parkplätzen ist“. Bei den Kontrollen setze die Polizei auf Gespräche mit den elterlichen Verkehrssündern, aber sie verteilt auch Knöllchen. Diese Verwarngelder können 10 bis 75 Euro betragen. Die Situation ist nicht neu, aber gefühlt habe sich die Verkehrslage vor den Schulen verschärft, „auch wenn wir das zahlenmäßig nicht belegen können“. Doch die Rückmeldung der Beamten vor Ort sei eindeutig, sagt der Sprecher.

Überzeugungsarbeit an weiterführenden Schulen

Die Leitungen sowohl der Grund- wie der weiterführenden Schulen wissen um das Problem. „Sehr krass“, kommentiert Silke Kisling, Leiterin der Dunkelschlagschule, das Verkehrsgeschehen, mit dem alle ihre Kollegen gleichermaßen zu tun hätten. Aber sie betont, dass sich die Lage im Herbst, einige Wochen nach Schuljahresstart, meistens entspanne und die Eltern sich einsichtig zeigten. Auf Elternabenden werben die Schulen zudem dafür, die Kinder doch zu Fuß zur Schule kommen zu lassen. Überzeugungsarbeit ist auch an den weiterführenden Schulen notwendig, hier werden die Fünft- und Sechstklässler noch zur Schule kutschiert. „Dabei blockieren die Fahrzeuge die Sicht für Radfahrer und Fußgänger“, sagt Brigitte Fontein, Direktorin des Elsa-Brändström-Gymnasiums.

Die Oberhausener Verkehrswacht unter Leitung von Dieter Elsenrath-Junghans schlägt als eine mögliche Lösung so genannte Elterntaxi-Haltestellen vor: In einiger Entfernung zur Schule werden Haltezonen ausgewiesen, hier können die Kinder aussteigen – und müssen den restlichen Weg laufen.