Wie ein Weihnachtslied in Oberhausen Kinderträume platzen ließ

Ein Lied auf dem Weihnachtsmarkt verschreckt einen kleinen Jungen.
Ein Lied auf dem Weihnachtsmarkt verschreckt einen kleinen Jungen.
Foto: Ulla Emig
Ein Besuch auf dem Oberhausener Weihnachtswald brachte eine Leserin in Erklärungsnot: Ein Weihnachtslied behauptete, es gebe keinen Weihnachtsmann.

Oberhausen. Man weiß nicht, ob man schmunzeln oder sich ärgern soll bei dieser Geschichte: Marina Hampel schlenderte kürzlich mit ihrem dreieinhalbjährigen Sohn Fabian über den Weihnachtswald in der Innenstadt. „Er genoss die Fahrgeschäfte und wir freuten uns über die tolle Atmosphäre und die schönen Weihnachtslieder, die gespielt wurden“, schreibt die WAZ-Leserin. Doch als sie dann hörte, was aus den Boxen kam, fiel ihr fast das Crêpe aus der Hand.

„Kinder, das wird jetzt ziemlich hart,weil das, was man euch erzählt hat, einfach nicht wahr ist“, schallte es über den schnuckeligen, kleinen Weihnachtsmarkt. Und es ging noch weiter: „Habt ihr euch schon mal gefragt,warum der Papi, wenn der Weihnachtsmann kommt, niemals da ist? Ich weiß, dass dein Wunschzettel in Mamis Schmuckschatulle liegt, weil’s am Nordpol weder Briefkästen noch irgendwelche Elfen gibt. Denn es gibt keinen Weihnachtsmann. Denn es gibt keinen Weihnachtsmann.“

Auch Elfen müssen dran glauben

Natürlich hatte auch Fabian den Text des Songs der Band Echt gehört und guckte „mit entsetztem Blick“, wie Marina Hampel schreibt. „Ich hatte alle Hände voll zu tun, ihn abzulenken und ihm beizubringen, dass es immer irgendwelche Leute gibt, die meinen, anderen den Spaß an Weihnachten zu verderben.“

Das Lied ging noch weiter: „All deine schönen Geschenke haben deine Eltern in der Stadt gekauft. Sie wurden von großen Maschinen und nicht von kleinen Wichteln gebaut. Ein Schlitten kann nicht fliegen und in den Filmen ist es nur ein Trick, und um einen Schornstein zu erklimmen, da wär der Weihnachtsmann doch viel zu dick. Denn es gibt keinen Weihnachtsmann.“

TMO-Chef Muckel bedauert Zwischenfall

Zu Hause angekommen, schrieb Marina Hampel gleich an die Stadt und beschwerte sich über das Lied, das Kinderträume platzen lassen kann. Franz Muckel, städtischer Touristikmanager, reagierte prompt mit einer Entschuldigung und dem Versprechen, sich auf die Suche nach dem verräterischen Song zu machen und diesen aus dem täglichen Musik-Programm zu entfernen.

Inzwischen ist dies gelungen. Zwei Tage lang haben Mitarbeiter den 24-stündigen Weihnachtsmix durchforstet, sagt Muckel auf Nachfrage. „Ich bedaure das sehr, aber ich kann es nicht rückgängig machen.“ Das Tourismusbüro habe einen DJ beauftragt, stimmungsvolle Musik zu mischen, die bis zum Start des Bühnenprogramms gespielt werde. „Das sind frei erhältliche Weihnachtslieder, die auch im Radio gespielt werden.“

Marina Hampel hat die Entschuldigung angenommen und sich längst beruhigt. „Gott sei Dank ist mein Sohn noch so klein, dass er so etwas noch nicht so hinterfragt.“

 
 

EURE FAVORITEN