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Wie die Schule in den Knast kam

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Die Gesamtschule Alt-Oberhausen führt in der Jahrgangsstufe neun das Projekt „Fit for Life“ durch. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit den Themen Gewaltprävention und Justiz. Sie besuchten beispielsweise auch eine Verhandlung im Essener Landgericht.

Die Kooperation mit der JVA in Gelsenkirchen kam durch eine Anfrage der Oberhausener Projektleiterin Almut Niemann zustande. Sie hatte von dem „Cool or fool?“-Projekt gehört.

Dessen Konzept wurde im Deutschunterricht der JVA-Gelsenkirchen auf Anregung der Häftlinge vor einigen Jahren entwickelt. „Die Kursteilnehmer hatten damals erkannt: ,Hätte mir jemand gesagt, wie es im Knast wirklich ist, hätte ich mich vielleicht anders verhalten‘. Daraus entstand die Idee, jungen Leuten den Knastalltag näherzubringen“, sagt Lehrerin Katrin Dickopf.

Das Projekt wurde zum dritten Mal durchgeführt. Die Teilnehmer sind immer Häftlinge, die über ausreichende soziale Kompetenzen und Selbstreflexion verfügen. „Das ist alles auf freiwilliger Basis, die Gefangenen müssen von dem Anliegen überzeugt sein“, sagt JVA-Lehrerin Mareike Wacker.

Nach der Führung durch die Anstalt aßen die Schüler auch mit den Häftlingen zu Mittag – das gleiche Essen, das alle Insassen erhalten. Es gab Spaghetti. Anschließend hatten die Schüler in kleinen Workshops die Chance, intensiver mit den Gefangenen über deren Erfahrungen sprechen zu können. „Die Gefangenen hatten am Ende das Gefühl, dass das Ziel des Projektes, die Abschreckung, erreicht wurde“, sagt Dickopf.

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Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.