Werkzeug aus Großlager in Oberhausen für die Benelux-Staaten

Ein Blick in das Hochlager des Unternehmens.Hier lagern Großteile und Sperrgut, bis sie versandt werden.
Ein Blick in das Hochlager des Unternehmens.Hier lagern Großteile und Sperrgut, bis sie versandt werden.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Das größte europäische Verteilzentrum der Firma Hilti steht in Oberhausen. Tausende Pakete und Paletten werden täglich auf die Reise geschickt.

Oberhausen..  Einen Schriftzug oder ein Firmenlogo sucht man vergeblich an der hohen, blauen Lagerhalle, die sich hinter dem kleinen Wäldchen an der Essener Straße erhebt. Dabei steht genau hier, an der Ecke Hausmannsfeld, das größte europäische Verteilzentrum des Werkzeugherstellers Hilti. Tag für Tag verlassen Tausende von Sendungen das Firmengelände, um per Lkw in weite Teile Deutschlands sowie die anliegenden Benelux-Staaten transportiert zu werden.

Joachim Anna, Geschäftsführer der Hilti Deutschland Logistik GmbH, und seine 110 Mitarbeiter – davon zehn Auszubildende – kümmern sich um die Abwicklung der Kundenaufträge bis zur Übergabe durch die Transportdienstleister an die Hilti-Kunden, fünf Tage die Woche, jeweils von 5.30 bis 22.30 Uhr. Rund 4000 Pakete, 200 Paletten und 250 Schienenbunde – das sind Güter mit bis zu sechs Metern Länge und einem Gewicht von bis zu drei Tonnen – schicken sie täglich auf die Reise. „Was bis 18 Uhr bestellt wird, ist am nächsten Tag beim Kunden“, sagt Anna.

Enormer Umschlag

Über 8000 verschiedene Artikel hält das Lager vor. Der Umschlag ist enorm: „Innerhalb von 25 Tagen ist das gesamte Lager einmal komplett ausgetauscht.“

Viele Arbeitsabläufe sind automatisiert. Auf Schienen laufende Regalbediengeräte befüllen zahllose Kisten mit den Artikeln aus dem Hause Hilti, dessen bekanntestes Produkt wohl der elektropneumatische Bohrhammer ist. „Wir stehen hier im Bereich der sogenannten Schnelldreher. Das sind Artikel, von denen wir täglich ganz viele verschicken“, erklärt Joachim Anna beim Rundgang. Dübel, Bohrer, Trennscheiben, Bits oder Schraubereinsätze für die unterschiedlichsten Anforderungen gehören beispielsweise dazu. Ein Computerbildschirm zeigt den Mitarbeitern der Kommissionierung, was sie aus welchen Kisten nehmen müssen, was welcher Kunde bestellt hat. Über Fördersysteme gelangt die Bestellung dann in die Verpackungsabteilung.

Im Hochlagerbereich nebenan ist noch ein manuell betriebenes Regalbediengerät im Einsatz. „Hier lagern Großteile und Sperrgut. Das sind die Langsamdreher.“ Also Artikel, die nicht so häufig bestellt werden.

Komplette Ausrüstung

Ein anderer, ganz wichtiger Bereich sind die sogenannten Flottenmanagement-Packplätze. Das bedeutet: Ein Unternehmen und seine Mitarbeiter werden komplett mit Hilti-Werkzeugen und -Materialien ausgerüstet. Das funktioniert über Leasing. Der Vorteil für den Kunden: Geht ein Werkzeug kaputt, erhält er sofort Ersatz, außerdem werden die Maschinen von Hilti gewartet und repariert. Der Service des weltweit agierenden Unternehmens wird immer weiter ausgebaut. In Großstädten will man einen Baustellen-Lieferservice einrichten. Alle bestellten Hilti-Produkte werden von erfahrenen, eigenen Mitarbeitern direkt zur Baustelle gebracht. Sie weisen die Arbeiter auch in die Benutzung ein. „In München gibt es den Service schon“, sagt Pressesprecherin Claudia Wallner. „Berlin, Stuttgart und Hamburg folgen in diesem Jahr.“

Am Lagerstandort Oberhausen wurde vor einiger Zeit das Programm „Fit for the Future“ gestartet: Man prüft, welche Anforderungen in den nächsten Jahren auf das Lager zukommen. „Wir werden in unserem Logistik-Gebäude auf jeden Fall weiter in Förder- und Lagertechnik sowie Software investieren“, sagt Joachim Anna. Investiert hat man auch in das betriebliche Gesundheitsmanagement. Es gibt etwa einen eigenen Arbeitskreis Gesundheit, die Arbeitsplätze beispielsweise sind ergonomisch gestaltet. Dafür erhielt Hilti in diesem Jahr eine Auszeichnung: Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und die AOK haben der Hilti Deutschland Logistik GmbH Oberhausen den diesjährigen BGF-Gesundheitspreis verliehen.

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