Wer Computer länger nutzt, spart Geld und schont die Umwelt

In nahezu jedem Unternehmen und jeder Behörde müssen PCs und Notebooks nach Ablauf ihres Lebenszyklus durch neue ausgetauscht werden. Das kostet und belastet das Klima durch Emissionen, die etwa bei Herstellung und Transport entstehen. Die Alternative: ältere Geräte als sogenannte Software Thin Clients nutzen. Ihre geringere Rechnerleistung reicht aus, da die Datenverarbeitung durch einen Server erfolgt. Das spart Kosten und dient dem Klimaschutz wie die Studie „Ökologische und ökonomische Aspekte von Software Thin Clients“ von Fraunhofer Umsicht zeigt.

Die Forscher stellten den Neukauf eines PC-Modells der Weiternutzung eines vorhandenen gegenüber. Dabei zeigte sich, dass über einen Zeitraum von drei Jahren ein Software Thin Client die Treibhausgasemissionen um gut 60 Prozent minimiert. Würde etwa ein Unternehmen seine 100 Arbeitsplätze in Thin Clients umwandeln, entspräche die Einsparung an CO2 so viel wie ein Pkw ausstößt, der 136 000 Kilometer fährt. „Die Weiterverwendung älterer Geräte und der gleichzeitige Verzicht auf Neuanschaffungen leisten ei-nen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt Projektleiter Christian Knermann.

1008 Euro je Arbeitsplatz

Ein weiterer Vorteil: geringere Kosten. Fraunhofer Umsicht errechnete für ein Szenario mit 100 Arbeitsplätzen über deren kompletten Lebenszyklus eine Kostenersparnis von 1008 Euro je Arbeitsplatz, wenn anstatt eines neuen Desktop-PCs ein Software Thin Client zum Einsatz kommt. Kosten fallen nur für Anschaffung und Inbetriebnahme der Software sowie gegebenenfalls den Aufbau von weiteren Servern zur Unterstützung an. Neigt sich der Lebenszyklus der Altgeräte endgültig seinem Ende zu, können diese durch sogenannte Hardware Thin Clients ersetzt werden. Deren Produktion und Vertrieb ist mit weitaus geringeren Treibhausgasemissionen verbunden als dies bei Desktop-PCs oder Notebooks der Fall ist. Zudem sind die Investitionskosten geringer.

Wieso stellt aber angesichts der Vorteile nicht jedes Unternehmen sofort seine Hard- und Software um? Knermann: „Viele scheuen den Einstieg, weil dazu das Wissen aufgebaut werden muss, wenn man sich noch überhaupt nicht damit beschäftigt hat.“ Im Vergleich zu den zurückliegenden fünf oder zehn Jahren sei das Ganze aber schon deutlich einfacher geworden.

Ein Nachteil besteht allerdings immer noch: Es muss zu jeder Zeit eine Online-Verbindung zum Rechenzentrum bestehen. Mitarbeitende, die mobil arbeiten und beispielsweise mit Bahn oder Flugzeug unterwegs sind, sind daher weiter auf Notebooks mit lokaler Datenhaltung und Datenverarbeitung angewiesen.

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