Wahlfach Bibliothek

Gudrun Mattern
Zwölf Neuntklässler werden zu Bibliotheks-Scouts ausgebildet. Foto: Tom Thöne
Zwölf Neuntklässler werden zu Bibliotheks-Scouts ausgebildet. Foto: Tom Thöne
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen. Projekte, die außerhalb der Schulmauern stattfinden, seien bei Schülern besonders beliebt, sagt Brigitte Fontein, Schulleiterin am Elsa-Brändström-Gymnasium. Dazu passt, dass zwölf Neuntklässler, 14 und 15 Jahre alt, sofort zugriffen, als die Bibliothek zum ersten Mal in der Liste der Wahlpflicht-Angebote auftauchte. Seit Schuljahresbeginn werden sie im Bert-Brecht-Haus zu Bibliotheks-Scouts ausgebildet.

Das Besondere: Kursleiterin ist keine Lehrerin, sondern Anja Merz, Leiterin der Jugend-Bibliothek. Den Lehrplan bestimmt sie. Einerseits sei der Kursus Berufsorientierung, andererseits gehe es darum, zu vermitteln, dass die Bücherei ein Freizeitort ist, den Jugendliche mit gestalten können, sagt Bibliotheksleiter Hans-Dietrich Kluge-Jindra. „Die Gruppe ist mit Begeisterung dabei.“ Wir kamen mit den Schülern ins Gespräch.

Was ist ein Bibliotheks-Scout?

Atakan Aydin: Eine Art Praktikant. Ein Schüler, der weiß, wie hier in der Bibliothek alles funktioniert. Der hier Leute kennen lernt.

Was macht ihr hier?

Konstantin: Wir lernen die Bücherei kennen und mehr, zum Beispiel auch Vorlesetechniken.

Tim: Wir lernen auch, wie die Bücher eingeräumt werden.

Atakan: Oder wie ein Buch nach der Rückgabe wieder ins Regal kommt.

Pelin: Was hinter den Kulissen passiert, wie Medien gekauft werden, wurde uns erklärt.

Sarah: Es geht auch darum, was man in der Bibliothek machen kann, zum Beispiel Events planen oder Veranstaltungen.

Gordon: Oder dass man, wenn man Vorlesungen organisiert, darauf achten muss, verschiedene Altersgruppen anzusprechen.

Elisa: Wir sprechen auch darüber, wie wir Werbung machen können.

Warum habt ihr den Kursus gewählt?

Konstantin: Es war mal was anderes.

Tim: Ich interessiere mich für Berufe, wollte wissen, was man hier tut.

Atakan: Bevor hier umgebaut wurde, war ich auch schon regelmäßig hier. Wie das Projekt vorgestellt wurde, klang spannend.

Pelin: Ich war schon oft hier und wollte mal wissen, welchen Weg ein Buch macht, von der Herstellung ins Regal bis zu mir nach Hause.

Gordon: Ich habe im Auge, Deutschlehrer zu werden und das hier ist eine gute Vorbereitung.

Lea: Es passt ein bisschen zu meinem Berufswunsch, ich möchte Lektorin werden.

Dustin: Ich fand es interessant, weil es etwas Praktisches ist und man lernt, wie alles funktioniert.

Wie findet ihr die neue Bibliothek?

Atakan: Ansprechend. Es ist deutlich heller geworden und größer, oder zumindest sieht es so aus, als sei es größer.

Gordon: Ich finde der Umbau ist gut gelungen. Die Lampen weisen in bestimmte Richtungen. Man findet alles besser. Der Übergang von der Kinder- zur Jugendbibliothek ist schön gemacht.

Ihr organisiert auch Veranstaltungen?

Tim: Ja, wir planen eine Lesung mit Manfred Theisen.

Warum gerade mit ihm?

Atakan: Wir bekamen einen Katalog mit Vorschlägen und haben uns für ihn entschieden. Er schreibt politische Jugendbücher.

Macht ihr an eurer Schule Werbung dafür?

Tim: Das hat nicht so geklappt, wie wir wollten. Wir werden Plakate aufhängen und in Buchhandlungen werben.

Wie gefällt euch die Young Corner?

Dustin: Ganz gut. Es gibt CDs, die Medien dort sind relativ neu. Sie passt gut zu Leuten in meinem Alter.

Pelin: Es ist cool. Früher kam man rein, holte die Bücher und ging wieder raus. Jetzt macht es Spaß zu bleiben, sich mit Freunden hier CDs anzuhören.

Wie findet ihr die Workshop-Angebote?

Sarah: Gut. Ich finde, die Themen passen zu unserer Altersgruppe.

Wer hat Lesen als Hobby?

Sarah: Ich. Am liebsten mag ich Fantasy.