Vor 90 Jahren rollte der erste Stoag-Bus durch Oberhausen

Foto 1: Der erste Autobus, ein Modell der Firma Büssing, aus dem Jahr 1925
Foto 1: Der erste Autobus, ein Modell der Firma Büssing, aus dem Jahr 1925
Foto: Stoag
Am 18. Juni 1925 rollte der erste städtische Autobus durch die Stadt Oberhausen. Die Linie verband den Hauptbahnhof mit dem Meiderischer Südbahnhof.

Oberhausen.. 28 Jahre lang kurvten nur Straßenbahnen durchs Stadtgebiet Oberhausen. Doch dann, am 18. Juni 1925 war es soweit: Zum ersten Mal transportierte die Stoag am Donnerstag vor 90 Jahren Passagiere mit dem Autobus, einem Modell der Firma Büssing, vom Oberhausener Hauptbahnhof zum Bahnhof Meiderich-Süd nach Duisburg.

Um 5.30 Uhr setzte sich der erste Autobus der Stadtwerke Oberhausen fahrplanmäßig in Bewegung – mit dem logischen Namen „Wagen Nr. 1“. Damit begann die bis heute andauernde Ära des städtischen Omnibusverkehrs in Oberhausen.

Erst Straßenbahnnetz aufgebaut

Vom Start der ersten Straßenbahn am 4. April 1897 bis zum Jahre 1915 war das Oberhausener Straßenbahnnetz beträchtlich gewachsen. Am 8. Dezember 1924 wurde auch noch die lang ersehnte durchgehende Straßenbahnlinie 20 von Oberhausen nach Essen über Lipperheidebaum in Betrieb genommen. Aber nicht alle Wünsche der Oberhausener wurden bis dahin erfüllt.

Während der Oberhausener Osten (Alstaden, Lirich und Dümpten) sowie die Nachbarstädte Sterkrade und Osterfeld bereits gut mit der Straßenbahn erreichbar waren, mussten die Bewohner des Oberhausener Westens weite Fußwege in Kauf nehmen, um den Bahnhof, das Stadtzentrum um den Altmarkt und die Marktstraße zu erreichen.

Auch eine Verbindung in das seit 1905 zu Duisburg gehörende Meiderich fehlte, wenn man von der Eisenbahnstrecke vom Oberhausener Bahnhof nach Duisburg-Ruhrort über Duisburg-Meiderich-Süd absieht. Die Züge durchquerten den Oberhausener Westen und Duisburg-Obermeiderich, hatten aber sonst keinen weiteren Halt. Eine seit Jahren geplante Straßenbahnstrecke von Oberhausen nach Meiderich konnte bis 1925 nicht realisiert werden.

„Weiße Flecken“ im Liniennetz

Ein verbesserter Autobusbau bot Mitte der 1920er-Jahre den Verkehrsbetrieben neue Perspektiven für Nahverkehrsangebote, so auch den Stadtwerken Oberhausen. Das bislang nur wenig im Linienverkehr eingesetzte Verkehrsmittel „Autobus“ bot nun die Möglichkeit, „weiße Flecken“ im Oberhausener Liniennetz zu beseitigen.

Man ging die Angelegenheit mit dem neuen Verkehrsmittel in Oberhausen sehr vorsichtig an. Mit dem ersten und zunächst einzigen städtischen Oberhausener Autobus nahmen die Stadtwerke am Donnerstag, 18. Juni 1925, den Autobusverkehr vom damaligen Oberhausener Bahnhof über die Goebenstraße, die Grenzstraße und die Alstader Straße auf. In Obermeiderich wurden die Wohngebiete um die Koopmannstraße, der Friedhof und die „Teerverwertung“ durch den Bus bedient und mit dem Meidericher Südbahnhof verbunden. Diese rund neun Kilometer lange Autobuslinie ist die Keimzelle des heutigen Omnibusbetriebes der Stoag.

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