Von historischem Wert

Die ev. Kirche Schmachtendorf soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Doch warum ist diese Kirche an der Kempkenstraße nach Ansicht der Denkmalschützer erhaltenswert? Wie aus einem achtseitigen Gutachten des LVR Amtes für Denkmalpflege im Rheinland hervorgeht, wird das Gebäude als „bedeutend für die Geschichte des Menschen und der Städte und Siedlungen“ eingestuft.

Die Kirche an der Kempkenstraße wurde 1905 erbaut und ein Jahr später eingeweiht. Der Architekt war Heinrich Heidsiek aus Mülheim an der Ruhr. Die Gutachter: „Dieser Architekt, über den bisher nur relativ wenig bekannt ist, war um 1900 tätig. Gerade weil das Werk dieses Architekten noch relativ unerforscht ist, stellt die evangelische Kirche in Schmachtendorf eine wichtige Quelle für Architekturhistoriker dar.“ Zudem scheint sie eine ungewöhnliche Bauweise aufzuweisen: die innere Holzkonstruktion sei im Historismus nicht oft anzutreffen.

Elemente der Neoromanik finden sich im Außenbau – in den schlichten Rundbogenfenstern, Gesimsen und Zwillingsfenstern. Es handelt sich um eine Backsteinhallenkirche. Das Kircheninnere wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört; die Umgestaltung der Nachkriegszeit sei qualitativ nicht so hochwertig, dass sie zum Denkmalwert beitrage. Aus den Anfängen erhalten sei jedoch die gesamte hölzerne Deckenkonstruktion, Emporen, Stützkonstruktion, Basalttreppe.

Mit dem Pfarrhaus bildet die Kirche den Mittelpunkt der Bergarbeitersiedlung, die vor und zu Beginn des Ersten Weltkriegs entstand.

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