Veranstalter von "Ruhr in Love" sehen sich Drogen gegenüber machtlos

Peter Szymaniak
Tausende feierten bei Ruhr in Love.
Tausende feierten bei Ruhr in Love.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Die Veranstalter von "Ruhr in Love" weisen nach dem Drogentod einer Tänzerin die Verantwortung zurück: Drogen seien zwar ein Problem, aber intensivere Kontrollen der Teilnehmer seien nicht möglich. Überhaupt seien illegale Drogen nicht das Hauptproblem.

Oberhausen. Nach dem Drogentod einer jungen Techno-Tänzerin am Oberhausener Hauptbahnhof hat der Veranstalter des Elektro-Festivals „Ruhr in Love“ Darstellungen zurückgewiesen, die Techno-Party auf 38 Bühnen habe ein Drogenproblem.

„Nicht Ruhr in Love hat ein Drogenproblem, sondern die gesamte Gesellschaft. Überall, wo so viele junge Menschen zusammenkommen, würde man Drogen finden“, sagte Nikolaus Schär von der Mülheim-Kärlicher Veranstaltungsagentur I-Motion der WAZ. Die Agentur organisiert nicht nur „Ruhr in Love“, sondern auch andere berühmte Festivals elektronischer Musik wie „Nature One“ und „Mayday“.

Der Tod der 29-jährigen Frau nach ihrem Besuch von „Ruhr in Love“ sei tragisch, aber letztendlich könne so etwas überall passieren. „Das hätte auch auf der Sterkrader Fronleichnamskirmes geschehen können“, meint Schär. Der Veranstalter sieht bei sich keine Schuld, wenn junge Erwachsene gefährliche Drogen auf den Partys einnehmen. „Wir tun alles, was wir tun können, um das zu verhindern. Wir warnen vor Mischkonsum von Alkohol und anderen Drogen, wir kontrollieren massiv – aber wir können die Leute sich auch nicht bis zur Unterhose ausziehen lassen. Mehr ist einfach nicht machbar“, sagt Schär.

Im Übrigen seien nicht die illegalen Drogen das Hauptproblem der Gesellschaft. „Im Verhältnis zu der Zahl derjenigen Menschen, die von Alkohol, Nikotin und Medikamenten abhängig sind, ist die Zahl der Konsumenten illegaler Drogen verschwindend gering.“