Veggie-Day-Debatte: Grüne werfen den Grill an

Die Grünen stemmen sich angesichts sinkender Umfragewerte gegen den Eindruck, sie seien eine „Bevormundungs-“ und „Verbotspartei“. Der heftigen Kritik an ihrem Eintreten für einen wöchentlichen fleischfreien „Veggie-Day“ setzen die Oberhausener Grünen deshalb am Samstag von 11.30 bis 13.30 Uhr noch schnell vor der Bundestagswahl am Sonntag ein „Grillen mit Bärbel Höhn“ am Eduard-Berg-Platz/Ecke Marktstraße entgegen.

„Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, gesund und ökologisch zu essen, ohne auf etwas zu verzichten“ sagt Vorstandssprecher Andreas Blanke. Hintergrund: Fleisch sei so billig wie noch nie. „Das ist nur möglich, indem Tiere unter extremen Bedingungen in Massentierhaltung groß gezogen und geschlachtet werden. Unser Ziel ist eine Rückkehr zur bäuerlichen Landwirtschaft. Denn auch bei anderen Lebensmitteln lohnt es sich, genauer hinzusehen“.

Laut Blanke ist nicht der Fleischkonsum an sich das Problem, sondern das tägliche Stück Fleisch und das bedenkenlose Verzehren von Lebensmitteln, „die diesen Namen nicht verdienen, weil ihre Herstellung unter anderem Lebewesen missachtet“.

Die grüne NRW-Spitzenkandidatin Bärbel Höhn sagt zum umstrittenen Veggie-Day: „Es geht uns nicht um ein Verbot, Fleisch zu essen. Es ist auch nicht so, dass wir sagen: Kantinen müssen jetzt einen fleischlosen Tag einführen. Wir wollen einfach zum Nachdenken anregen, was unser Fleischkonsum für Folgen hat.“ Und: „Wir wollen ja keinem Menschen vorschreiben, was er essen soll. Wir wollen den Leuten unsere Argumente näherbringen. Jeder Deutsche isst ungefähr ein Kilo Fleisch pro Woche. Laut Ärzten sind aber nur 300 bis 500 Gramm gesund. Wir brauchen kein Verbot von Fleisch, vielmehr bin ich für ein Recht auf Sonntagsbraten. Soll heißen: Wir erkennen, dass Fleisch eine Qualität, einen Wert hat. Wenn aber das Fleisch heute nicht mehr kostet als Äpfel oder Kartoffeln, dann kann mit der Tierhaltung etwas nicht stimmen.“

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