Unter den Seebären aus Oberhausen spielt eine Frau

Kathrin Klimek ist die einzige Frau im Marina-Shantychor aus Oberhausen.
Kathrin Klimek ist die einzige Frau im Marina-Shantychor aus Oberhausen.
Foto: WAZ FotoPool
Seit 2006 spielt Kathrin Klimek Akkordeon im Marina-Shantychor Oberhausen. Allein unter lauter Seebären ihr Instrument zu spielen, das macht der Musikerin aber nichts aus. Sie werde als Mitglied angenommen, sagt die Oberhausenerin. Besonders gerne mache sie Älteren eine Freude.

Oberhausen.. Vor 15 Jahren schnallte sie zum ersten Mal das Akkordeon um, seit 2006 ist sie die einzige Frau im Marina-Shantychor: Kathrin Klimek. „Als Peter Gallmich mich damals um ein Vorspiel in der wöchentlichen Chorprobe bat, wusste ich noch nicht einmal, was Shantys sind“, sagt sie.

„Das Shantychöre meistens nur aus Männern bestehen und Frauen an Bord Unglück bringen sollen, stört mich nicht. Bei uns ist genau das Gegenteil der Fall. Ich werde hier als Mitglied angenommen, habe Spaß an der Musikrichtung, kann mein liebstes Hobby ausüben und das zählt.“

Auf Reisen mit "Otto"

In Kathrin Klimek musikalischer Karriere gab es einige Höhepunkte: Beim Talentwettbewerb „Oberhausen sucht Dich“ 2004 belegte sie einen Platz unter den Top 20 – rund 5000 Mitbewerber nahmen teil. Kathrin Klimek überzeugte mit dem Tango „La Cumparsita“ von Gerardo Matos Rodriguez. Es folgten zahlreiche Auftritte. Die Akkordeonistin reiste mit ihrem Instrument, das sie mit dem Namen „Otto“ taufte, auch über Oberhausens Stadtgrenzen hinaus. Und sie engagierte sich im „Jungen Orchester Oberhausen“, das ihr Musiklehrer damals leitete.

„Nach meinen Realschulabschluss an der katholischen Hauptschule St. Michael 2006, bekam ich die Anfrage vom Marina-Shantychor“, sagt sie. Seither ist sie bei den „Seebären“. „Gern denke ich an den Auftritt 2009 mit der Siegerin des Grand Prix der Volksmusik, Geraldine Olivier, im Düsseldorfer Henkelsaal zurück oder 2013 im Januar mit den Don Kosaken Serge Jaroff in der Marienkirche.

Trotz Ausbildung nicht auf Musik verzichten

Ich wäre nicht da, wo ich jetzt stehe ohne meinen Chor und ohne Chorleiter Walter Buss, der früher in der Unterhaltungsmusik als Akkordeonist tätig war. Im Januar bin ich mit meiner Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei der Stoag fertig. Da wird es wohl nicht mehr so einfach, bei jeder Veranstaltung dabei zu sein.“

Auf die Musik verzichten möchte sie nicht: „Man kann damit sehr gut Gefühle ausdrücken und ich mag es, wenn gerade ältere Leute lächeln, wenn ich spiele.“

 
 

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