Uni sucht Teilnehmer für „Blindenschrift“-Studie

Das Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Bochumer Ruhr-Universität sucht für eine „Blindenschrift“-Studie 60 – sehende – Teilnehmer aus dem gesamten Ruhrgebiet. Die Abteilung Neuropsychologie will mit halbstündigen Trainings-Einheiten, auch mit Einsatz der Magnetresonanztomographie (kurz MRT), die „taktile Diskrimation“ erforschen.

Der Begriff meint nicht etwa eine neuartige Form von Diskriminierung, sondern vielmehr die Fähigkeit, mit den Fingerspitzen tastend zu lernen. So wie Blinde die Braille-Schrift erlernen. „Wie einfach oder schwierig ist es für Sehende, eine solche Schrift zu erlernen?“ So formuliert Sabrina Schenk vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft den Kern des Forschungsanliegens. Der Tastsinn sei ein Sinn, den sehende Menschen selten bewusst nutzen.

Täglich eine halbe Stunde am Institut

Die Studie, an der die 27-Jährige arbeitet, beschreibt sie als „Grundlagenforschung“, die auch der Arbeitsweise des Hippocampus nachspürt. Der lateinische Name für „Seepferdchen“ bezeichnet (nach seiner Umrissform) eine der evolutionär ältesten Strukturen des menschlichen Gehirns. Es ist entscheidend für die Merkfähigkeit taktiler Reize.

Sabrina Schenk und das Institut suchen Freiwillige im Alter von 18 bis 35 Jahren. Sie dürfen keine neurologischen oder psychiatrischen Vorerkrankungen haben, keine Medikamente einnehmen, die zentralnervös wirken, und müssen Rechtshänder sein. Zudem dürfen die potenziellen Teilnehmer kein Metall im Körper und keine großflächigen Tätowierungen haben.

Die Studie besteht aus zwei Trainingsphasen, Computeraufgaben und drei MRT-Messungen. Sabrina Schenk erläutert: „Die Teilnehmer müssten während einer Woche täglich für eine halbe Stunde am Institut zur Verfügung stehen.“

 
 

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