Übertriebene Polizeigewalt - Beamter aus Oberhausen ficht Urteil an

Ein Zeuge hatte den Vorfall mit dem Handy gefilmt und den Clip ins Internet gestellt.
Ein Zeuge hatte den Vorfall mit dem Handy gefilmt und den Clip ins Internet gestellt.
Foto: Funke
Vor knapp zwei Wochen hat das Amtsgericht Oberhausen einen Polizisten wegen übertriebener Polizeigewalt verurteilt. Der Beamte legt Rechtsmittel ein.

Oberhausen.. Der Polizist, den das Oberhausener Amtsgericht vor knapp zwei Wochen wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt hat, legt Rechtsmittel gegen das Urteil ein. Das bestätigt das Gericht auf Nachfrage.

Der Beamte war schuldig gesprochen worden, weil er bei einem Einsatz im April 2014 zu hart gegen einen am Boden liegenden, betrunkenen Randalierer vorgegangen sein soll. Der Richter sprach im Prozess von „massiv übertriebener Gewaltanwendung“.

Vorfall mit dem Handy gefilmt

Der Fall hat auch überregional für Aufsehen gesorgt: Ein Zeuge hatte den Vorfall mit dem Handy gefilmt und den Clip ins Internet gestellt. Darauf war zu sehen, wie der Polizist mit Ellenbogen und Faust auf den am Boden liegenden Mann einschlägt. Er hält dabei auch einen Gegenstand in der Hand - wohl eine Dose mit Reizgas.

Nicht nur der verurteilte Polizist, auch der geschlagene Randalierer ficht das Urteil an. Denn der Richter hat auch ihn bestraft und zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt. Er hatte laut Gericht im April in einer Oberhausener Gaststätte für Unfrieden gesorgt.

Auch der Randalierer geht gegen das Urteil vor

Eigentlich hatte die Wirtin der Kneipe die Polizei wegen eines Streits zwischen zwei frauen gerufen. Vor Ort machte sie die Beamten dann aber auch auf den betrunkenen Mann aufmerksam. Er soll die Beamten beleidigt und sogar ins Gesicht geschlagen haben. (WAZ)

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