Oberhausen

„Ich saß in der Ecke und habe geheult!“ So litt Busfahrer Michael (45) nach der tödlichen Messerstecherei in Oberhausen

Oberhausen: Busfahrer Michael (45) spricht über die tödliche Messerattacke

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Oberhausen. „Hart aber fair“ - dieses Urteil wünscht sich Busfahrer Michael Reinartz (45) aus Dorsten für den Messerstecher Ramadan K.

Im Bus des 45-Jährigen begann am Abend des 26. November 2017 die Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen, die für den Krankpfleger Mike R. aus Hamm tödlich endete.

Tödliche Messerattacke in Oberhausen: So sehr litt Busfahrer Michael (45)

„An der Höhe der Turbinenhalle ging es los. Irgendeiner doofer Spruch kam, ich weiß es nicht! Auf jeden Fall fing es an, dass sie sich in der Wolle hatten, getreten haben.“

Er wirft die Streithähne raus, versucht noch eine Frau aus dem Gemänge zu retten. Draußen kommt es dann zu den tödlichen Messerstichen. „Das habe ich nicht mitbekommen.“ Er hatte schon den Notfallknopf seines Busses gedrückt und leistete wenig später erste Hilfe beim niedergestochenen Opfer Mike R.

Busfahrer Michael Reinartz hat den Vorfall bis heute nicht losgelassen. „Der ganze Abend ist noch komplett in meinem Kopf“, erzählt der Dorstener.

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Die Vorfälle haben ihn bis heute nicht losgelassen. „Ich war danach erstmal zwei Wochen krankgeschrieben. Dann wollte ich wieder in den Bussteigen im Januar. Da habe Zitterfrost und einen Schweißausbruch bekommen.“

Er begibt sich in psychologische Behandlung. Das hilft.

Busfahrer blickt voraus

Mittlerweile hat Reinartz einen neuen Job und blickt nach vorne. „Das Leben muss weitergehen. Ich muss ja meine Familie ernähren.“

Mit der Familie des Opfers hat er noch immer Kontakt. Sie haben für Reinartz Initiative ergriffen, als der Busfahrer nach dem Vorfall in Facebook angegriffen wurde, weil er nicht eingegriffen habe und dem Opfer geholfen hätte.

„Wenn die Leute, die nicht dabei waren, so eine Scheiße erzählen, dann sollen sie doch erstmal dabei gewesen sein. Ansonsten sollen sie alle den Mund halten. Das ist eine bodenlose Frechheit, was manche von sich gegeben haben.“

Familie des Opfers steht Busfahrer zur Seite

Die Familie des Opfers schützte den Busfahrer und bezeichnete ihn als einen „Held“. „Das hat gut getan. Die Kommentare in Facebook vorher waren niederschmetternd. Ich saß in der Ecke und habe geheult.“

 
 

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