Tierschützer wünschen sich festes Taubenhaus in Oberhausen

Eva Jahn ist froh, die Tauben hier füttern zu dürfen.
Eva Jahn ist froh, die Tauben hier füttern zu dürfen.
Foto: Kerstin Bögeholz / Funke Foto Services
  • Rund 60 Tauben kommen täglich für ihre Körner zu der Futterstelle des Tierschutzvereines
  • Die kleinen Flieger landen zunächst auf einem Haus, um schließlich die Stelle anzupeilen
  • Es ist kein einziger Fall bekannt, in dem die Tiere eine Krankheit übertragen hätten

Oberhausen.  Die Tauben kreisen kraftvoll am Himmel. Sie trauen sich nicht, zu landen, weil da unten diesmal mehr Menschen stehen als sonst, wenn nur Eveline Panzburg ihnen ihr Körnerfutter serviert. Die Tierschützer haben endlich einen kleinen Platz, an dem sie die Tiere versorgen dürfen. „Wir dürfen hier auch einen Bauwagen aufstellen“, sagt Panzburg.

Der würde dann vorerst als Ersatztaubenhaus genutzt. Später könnten die Tiere damit vielleicht sogar umgesiedelt werden. „Es wäre schön, wenn uns jemand ein Grundstück überlässt, auf dem wir das Taubenhaus wieder fest aufstellen könnten“, hofft Eva Jahn. Das stand lange auf dem Parkhaus an der Linsingenstraße, bis das leerstehende Gebäude neu eröffnet wurde und die kleinen Flieger den PS-starken Gefährten weichen mussten.

Taubendreck gibt es nicht

Wo die Tiere jetzt gefüttert werden, möchten Eveline Panzburg und Eva Jahn nicht so gerne sagen. Aus Angst vor Taubenhassern, die sich nicht scheuten, etwa Blaukorn unter das Futter der Tauben zu mischen, ihnen die Füße zusammenzubinden und andere grausame Dinge mehr zu tun. Denn Tauben seien Hassobjekte. Dabei würden sie ihrem schlechten Ruf in keiner Weise gerecht. „Sehen Sie sich hier um, sehen Sie irgendwo Taubendreck?“, fragt Eva Jahn. Nein, da ist nichts. Denn die Tiere hier werden mit Körnern gefüttert. Sie geben nicht den wässrigen Hungerkot von sich, wie die Tiere, die von Abfällen leben. Taubendreck ist nicht da, dafür hat Eveline Panzburg aber schon wieder sechs große Säcke prall voll mit Müll gesammelt. „Dort, sehen Sie mal“, zeigt sie auf eine Stelle im Grün, wo jemand zusätzlich seine ganzen Küchenabfälle entsorgt hat.

Eva Jahn hat allein in diesem Jahr schon 160 Tauben augepäppelt. 40 Tiere leben bei ihr zu Hause – in Volieren und Taubenhäusern. Mit Taubenkot verdreckt sei auch ihr Garten nicht. Die Tierschützerin wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Tauben auch nicht die Krankheitsüberträger sind, als die sie häufig dargestellt würden. Von den obersten Bundesbehörden seien sie zu Recht nicht als Schädlinge eingestuft worden. „Es ist kein einziger Fall in Deutschland bekannt, bei dem eine Krankheit von einer Taube auf einen Menschen übertragen wurde“, sagt die zweite Vorsitzende des Tierschutzvereines Oberhausen. Und sie weist immer wieder darauf hin: „Tauben sind verwilderte Haustiere.“ Sie einfach verhungern zu lassen, habe kaum etwas mit Tierschutz zu tun, erklärt Eveline Panzberg. Sie zu töten oder zu vertreiben, brächte nichts, weil Jungtauben sofort die freigewordenen Nist-Plätze belegten, verdeutlicht Eva Jahn. So etwas sei wie das Herumdoktern an Symptomen. Andere Städte hätten Taubenhäuser und Taubenbeauftragte. Es gebe entsprechende Literatur zum Umgang mit Tauben.

Die einzige Möglichkeit, den Tieren ein gutes Leben zu verschaffen und gleichzeitig eine unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden, sei, sie in Taubenhäusern zu betreuen. Sie mit artgerechten Körnern zu füttern und Eier durch Gipseier auszutauschen. Denn Tauben kämen immer nach. Durch Brieftauben, die verloren gingen. Und jetzt auch immer wieder durch Hochzeitstauben, die nicht mehr Heim fänden.

Eva Jahn hat vor Ort jetzt auch die gemeinnützige Organisation Stadttauben Oberhausen gegründet – und auch eine Facebook-Seite.

Weitere Spenden sind willkommen

Die Tierschützer, die sich um die Tauben kümmern, brauchen dringend weitere Helfer. Spenden sind natürlich auch immer willkommen. Ganz besonders suchen sie nach einem Standort für das Taubenhaus.

Ansprechpartnerin ist Eva Jahn, 0178-2540719. Sie berät und hilft auch, wenn Menschen verletzte oder kranke Tauben finden.

 
 

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