Oberhausen

The Kelly Family in Oberhausen: Erst ein Seemannslied und dann Buh-Rufe

Jimmy Kelly in Oberhausen.
Jimmy Kelly in Oberhausen.
Foto: Dominik Göttker

Oberhausen. Was passt noch besser zusammen als Bier und St. Patrick's Day? Richtig, The Kelly Family und St. Patrick's Day. Und vielleicht auch ein wenig Bier.

Etwa 11.000 Menschen hatten sich dieser Meinung angeschlossen und machten die „We got Love“-Tour in der König Pilsener Arena am Oberhausener Centro zur wohl größten Irland-Party Deutschlands.

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19:30 Uhr war es, als in der Arena die Deckenlichter aus, und die kleinen grünen Lämpchen, auf Hüte und Kleider geklebt, überall verstreut im Publikum angingen. Es war der Moment, in dem die Kellys unter riesigem Jubel die Bühne betraten und die Stühle, die in den Innenraum gestellt waren zur Nutzlosigkeit verdammten. Der Beginn einer über 2,5-stündigen grünen Party.

Keine Wollpullover, kaum noch lange Haare

Nein, die Geschwister sind nicht mehr wie die Kellys von damals. Keine selbst gehäkelten Wollpullover, dafür Anzug und Weste. Keine Fransenkleider, dafür modische Karo-Kreationen. Und auch die langen Haare sind zum Teil verschwunden. Doch der Spirit, der ist noch der selbe wie in den 90ern.

Von Familie singen sie, von der Freiheit zu reisen, von Liebe und Zusammenhalt. Themen, die ihre Fans, die meisten sind es wohl schon in den 90ern gewesen, gerne mit aufnehmen. Sei es bei der Kuss-Cam, die minutenlang durch die Reihen wanderte und am Ende eine 95 Prozentige Trefferquote hatte. So verschlief nur ein Pärchen den obligatorischen Schmatzer. Sei es bei Balladen wie dem Superhit „An Angel“, die inbrünstig mitgesungen wurden.

Sei es bei Liedern, die man bei den Kellys nicht unbedingt erwartet hatte. So stimmt Patricia Kelly auf einmal die Töne des friesischen Gassenhauers „An der Nordseeküste“ an und die ganze Halle singt im Chor „Sind die Fische im Wasser und selten am Land“.

Auflösung: Der ostfriesische Text wurde auf ein irisches Volkslied gedichtet. So passt auf einmal wieder alles zusammen.

Buh-Rufe im Publikum

Nur einmal wurde die ausgelassene Stimmung kurz gestört. Wenn auch nur im Spaß. Da stand Jimmy Kelly, allein mit seiner Gitarre, auf dem ins Publikum ragenden Steg. Erzählte, dass seine Brüder und Schwestern älter geworden seien. Er auch, versteht sich, nur sehe man ihm das nicht so an. Doch nach kurzem Lachen kam der Satz, der das Publikum doch ein klein wenig zu viel neckte.

„Wir sind nicht mehr die Jüngsten, und wenn ich ehrlich bin - ihr auch nicht. Ich sehe hier schon einige graue Haare!“ Laute Buuuh-Rufe hallten durch die Halle. Dann schmunzeln, denn wenn man ganz ehrlich ist, Unrecht hatte er damit nicht.

Das anschließend großartig gesungene „Cover the road“ hatte schließlich Jimmy und Publikum wieder versöhnt.

Alle Hits

Es war ein toller Abend, den die Kellys ihren Fans bereiteten. Ein Abend mit den größten Hits wie „An Angel“, „Fell in Love with an Alien“, „I cant't help myself“, aber auch Neuinterpretationen wie „NANANA“.

Ein Abend ganz in grün.

 
 

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