Team aus Oberhausen trainiert auf Halde für Xletix Challenge

Sieht spielend leicht aus, ist es aber nicht: Streckübung auf einem Bein bei gleichzeitigem Abdrücken von der Bank.
Sieht spielend leicht aus, ist es aber nicht: Streckübung auf einem Bein bei gleichzeitigem Abdrücken von der Bank.
Foto: Funke Foto Services
Durch Matsch robben und in Eiswasser tauchen: Extremsportler bereiten sich auf der Halde Haniel auf die Xletix Challenge in Bad Hönningen vor.

Oberhausen.. Was die Mitglieder eines Fitnesstudios an der Weierstraße sich jeden Sonntag auf der Halde Haniel an Übungen antun, würde selbst in der Kaserne als besondere Schikane des Feldwebels gelten. Aber sie juxen dabei, lachen über das ganze Gesicht, machen es „just for fun“, einfach aus Spaß, wie Nicole aus Königshardt (35) berichtet. Im normalen Leben ist sie Friseurin von Beruf.

Aber nach Feierabend wachsen sie und ihre Mitstreiter über sich hinaus. Ist der Normalmensch schon nach dem Aufstieg geschafft, so legen sie oben erst richtig los. Zehn-Meter-Sprints, hin und zurück, sind in der Schotterlandschaft hoch über dem Ruhrgebiet zuerst angesagt. Luca (14), der Sohn einer Teilnehmerin, hält dabei die Stoppuhr und gibt mit der Trillerpfeife das Kommando. Die letzten zehn Sekunden jeder Übung werden dabei im Chor angezählt.

Mit Kniebeugen wie bei der Skigymnastik geht es weiter. Danach folgen Liegestütze, 45 Sekunden lang und so schnell es geht. Schließlich ist Bauchtraining an der Reihe, wie es Mütter von Neugeborenen abhalten, um ihre „Kugel“ zurückzubilden.

Nur kurz vor dem Wettkampf wird die Riesenpfütze gemieden

Eine Woche vor dem Start beim Xletix Challenge in Bad Hönningen wird auf den Lauf durch die Riesenpfütze auf der Halde verzichtet. „Wir wollen nicht, dass sich einer von uns noch eine Erkältung holt“, erklärt Nathalie (27) aus Sterkrade, das jüngste Mitglied des Teams. Sie ist Kindergärtnerin von Beruf.

Nach einer Viertelstunde mit knüppelharter Gymnastik geht es hinüber zur Berg-Arena. Dort sind unter anderem zweieinhalb Minuten Treppenlaufen auf und ab dran, ferner Streckübungen im Sitzen. Später geht es zurück auf die offene Fläche, wo das Trainingsprogramm vom Beginn wiederholt wird. Als kleine Beigabe kommt aber noch eine Kombination aus Liegestütz mit Strecksprung hinzu. „Das Zutrauen dazu hätte ich doch gar nicht gehabt, wenn die Gruppe es mir nicht schenken würde“, sagt Iris (44), eine städtische Angestellte.

Gruppe trainiert in Schlafanzughosen

Kommenden Samstag in Bad Hönningen sind die Oberhausener zusammen mit Tausenden anderer Fitness-Fans zwei Stunden lang gefordert. Dann müssen sie über 15 Kilometer im Dauerlauf zurücklegen und zwischendurch Hindernisse überwinden, klettern, balancieren, durch Matsch robben und in Eiswasser tauchen. Dabei kommt es aber nur auf die Bewältigung der Strecke an. Es gibt keine Rangfolge. „Wenn wir durchs Ziel kommen, bekommt jeder eine Banane und einen Shake, außerdem ein T-Shirt und ein Legend-Armband als Teilnahme-Souvenir“, berichtet Nicole.

Nur vier Männer zählt das Team. Einer von ihnen ist Andy (45) aus Königshardt, von Beruf IT-Kaufmann. Er schätzt an der Gruppe den Sportsgeist. „Ist doch gut für die Kondition. Wir werden ja alle nicht jünger“, sagt er und legt sich mächtig ins Zeug.

Dass sie ihre Übungen in Schlafanzughosen antreten, erklärt sich so: Ein Mitglied der Gruppe habe mal gemeckert, weil es schon um 9 Uhr antreten sollte. Da sei man auf die Idee gekommen, gleich den Schlafanzug anzulassen. Denn anschließend geht es ja sowieso unter die Dusche.

 
 

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