Taubenhäuser müssen in Oberhausen her

Eva Jahn, Eveline Pansburg und Petra Barth (v.l.) setzen sich für Tauben ein.
Eva Jahn, Eveline Pansburg und Petra Barth (v.l.) setzen sich für Tauben ein.
Foto: Fabian Strauch
Der Tierschutzverein Oberhausen braucht dringend einen Platz für das Taubenhaus der Innen-Stadt. Auch in anderen Stadtteilen werden Taubenhäuser benötigt.

Ortsmarke. Tauben haben ein schweres Los. Erwachsene vergiften sie oder schießen auf die Vögel. Kinder jagen hinter ihnen her. Wer die Tiere füttert, wird angemacht. Die verwilderten Nachfahren von Brieftauben gelten immer noch als Ratten der Lüfte. Eva Jahn, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereines Oberhausen, hat sich verstärkt mit Tauben beschäftigt. Sie weiß: Die Tiere entsprechen so gar nicht dem Klischee. Und: Der Tierschutzverein wartet immer noch auf ein Gelände für das Taubenhaus. Das hatte auf dem stillgelegten Parkhaus an den Lensingenstraße gestanden, bis das Haus wieder aktiviert wurde.

Eva Jahn und Vereinsvorsitzende Petra Barth verstehen nicht, warum sich die Stadt in Sachen Tierschutz überhaupt und speziell bei Tauben so schwer tut. In Berlin zum Beispiel dürften die Tiere gefüttert werden. Taubenhäuser gebe es in vielen Städten. Eveline Pansberg, die sich um das Taubenhaus in der Stadt gekümmert hat, erklärt, dass der Kot von anständig gefütterten Tauben kein Problem, eben nicht ätzend, sei.

Im Taubenhaus vermehrten sich die Tiere nicht so stark, weil die Eier gegen Attrappen ausgetauscht würden. Und die Tauben wären viel gesünder. Übrigens braucht nicht nur die Stadtmitte ein Taubenhaus. „In Osterfeld kümmert sich eine Frau um 120 Tauben“, sagt Eva Jahn. Sie füttert sie und hat schon Ärger bekommen. Auch dort muss unbedingt eine Unterkunft für die Flieger hin. Das Fütterungsverbot hält Eva Jahn aus tierschutzrechtlicher Sicht für mehr als fragwürdig. „Weil die Tauben verwilderte Haustiere sind“, sagt sie

Straßentauben kann man anfassen

„Hochzeitstauben, die nicht zurückfinden, sind ein Problem“, sagt Petra Barth. Sie verwildern auf der Straße genauso wie Brieftauben. Die Brieftaubenzüchter jedoch wiesen jede Verantwortung von sich. „Sie fürchten, eine Mitschuld zu bekommen und feste Abgaben für die verwilderten Tiere zahlen zu müssen“, sagt Jahn.

Sie hat zu Hause eine kleine Taubenauffangstation. 20 Tiere sind es zur Zeit. „Darunter sind auch kranke Tauben“, sagt sie. Straßentauben könne man anfassen. Sie hätten nicht mehr Erreger an sich als jede Amsel. Wer sie näher kennenlernt, erlebt anhängliche, gewitzte Geschöpfe. Das Taubenkind Steini, das Eva Jahn großzog, versuchte erst immer, seine Retterin ins Nest zu bekommen. „Jetzt war Steini erfolgreiche Amme für ein Taubenjunges“, sagt Jahn. Steini heiratete dazu aus Männermangel eine andere Taubendame. Beide Mamas fütterten das Junge, was das Zeug hielt. Jetzt säßen alle drei, das dicke Kind und die Mamas, immer schön in einem Nest. „So sind Tauben auch“, sagt Jahn.

 
 

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