Styrumer Löwen feiern Prunksitzung im Ebertbad in Oberhausen

Dirk Hein
Bei der Prunksitzung der Styrumer Löwen im Ebertbad schlugen die Wellen hoch. Foto: Ulla Emig
Bei der Prunksitzung der Styrumer Löwen im Ebertbad schlugen die Wellen hoch. Foto: Ulla Emig
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Am Samstagabend feierte die KG Blau-Weiß Styrumer Löwen im Ebertbad in Oberhausen ihre Prunksitzung. Der Schwerpunkt des knapp fünfstündigen Programms lag dabei deutlich auf Musik. So feierten die 350 Gäste vor allem im Stehen.

Oberhausen. Derartige Missachtung kann ganz schön an der Substanz nagen. Zum Glück aber haben Stühle keine Gefühle, war ihr Dasein am Samstagabend im Ebertbad doch hauptsächlich überflüssig. Den Löwenanteil der Prunksitzung der Styrumer Gesellschaft feierten die 350 Gäste im ausverkauften Saal im Stehen.

Allerhand Wortwitz

Dabei ist es in einem Raubtierkäfig gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Einschüchterndes Knurren in karger Gitterlandschaft kann auch erfahrenen Dompteuren das Herz in die Hose rutschen lassen. Bei der Sitzung der KG Blau-Weiß Styrumer Löwen war dies gänzlich anders. Schon am Eingang wurde es einladend: Ein blau-weißer Vorhang, Girlanden aus Luftballons und beleuchtetes Grünzeug - diese Löwen mussten Pflanzenfresser sein.

Dabei hatte die Prunksitzung genug „Fleisch“, um das knapp fünfstündige Programm spielend leicht und vor allem gelungen zu füllen. Da hätten wir etwa die Akrobatiknummer von Tante Luise und Herr Kurt. Die alte Dame wirbelte nicht nur gekonnt durch die Luft, sondern hantierte auch mit allerhand Wortwitz. Da staunten Polizisten, Boxer und Cowboys ordentlich - die meisten Gäste kamen in bunten Kostümen ins Ebertbad. Rettungsschwimmer oder Bademeister wurden allerdings nicht gesichtet.

Musik im Mittelpunkt

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Der Schwerpunkt des Styrumer Prunks lag eindeutig im musikalischen Bereich: Mit den „Dröpkes“ und „Oedingsche Jonges“ standen gleich zwei Stimmungskapellen auf dem Programmzettel. Nicht nur Stadtprinz Peter II. hat die närrische Hitparade vorausschauend studiert. Der Jecken-Hit „Schenk mir dein Herz“ von den Höhnern gehört in dieser Session zu den zweifellos meistgespielten Liedern. Das hatte auch die Gruppe „Three Lions“ erkannt, die „Hausband der Styrumer“, wie Sitzungspräsident Peter Birkhäuser befand. Schließlich sind es Aktive aus der Gesellschaft, die mit Keyboard und Gitarre ordentlich auf die Stimmungs-Tube drücken.

Perfekt abgestimmt und farbenfroh gekleidet: Die Tanzgruppe „Original Kölsch Hännes’sche“. Bevor die „ jecken Originale“ aus der Domstadt tänzerisch und mit Mundart in die Halle gezaubert wurden, erfolgte von der Gruppe zunächst der Dialekt-Test: „Könnt Ihr mich überhaupt verstehen?“ Fortan wurde das Kölsch gegen Hochdeutsch ausgetauscht. Verständlicher: Sänger „Nockes“, der mit tanzbarer Kost den Stühlen endgültig die Eigenschaft als Gebrauchsgut aberkannte.