Streit um Hundekot eskaliert - Oberhausener tritt Hund

Bodo Malsch
Dauerärgernis Hundehaufen. Im Oberhausen landete ein Streit um Hundekot sogar vor Gericht.
Dauerärgernis Hundehaufen. Im Oberhausen landete ein Streit um Hundekot sogar vor Gericht.
Foto: FUNKE Foto Services
Mann schlug Frau und trat betagten Dackel aus Ärger über Hundekot: In zweiter Instanz vor dem Landgericht einigte man sich nun auf eine Geldbuße.

Oberhausen. Zugegeben: Es ist nicht lustig, wenn man sich als Hausbesitzer ärgern muss, dass einem Hunde in den Vorgarten machen. Ein 32-jähriger Liricher ging in seiner Wut aber wohl zu weit. Wegen Körperverletzung und Tierquälerei stand er jetzt in zweiter Instanz vor dem Landgericht Duisburg.

Das Amtsgericht hatte den nicht vorbestraften Mann zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt. Am 14. Juli, so die Überzeugung der Oberhausener Richter, habe er eine 47-jährige Hundehalterin geschlagen und zu Boden gestoßen. Ihrem Hund versetzte er einen solchen Tritt, dass das Tier zehn Tage mit Schmerzmitteln behandelt werden musste.

Eine Tat, die der 32-Jährige, der in die Berufung zog, energisch bestritt. Er habe die Frau weder zu Boden geschubst noch den Hund getreten. „Die Frau ist auf mich los. Ich habe nur ihre Hände weggeschlagen.“ Eine Version, die der Vorsitzende der Berufungskammer angesichts eines erheblichen Größen- und Gewichtsunterschiedes zwischen dem bulligen Angeklagten und der schmächtigen Zeugin sogleich in das Reich der Fabel verwies. Doch der Angeklagte blieb dabei.

Gestoßen und geschlagen

Die Zeugin berichtete, dass der Nachbar sie gestoßen habe. Als sie sich aufrappelte, habe der Mann ihr auch noch auf den Oberarm geschlagen. „Mein Hund ist durch die Luft geflogen.“ Zehn Tage habe der 14 Jahre alte Dackel-Mix, eh schon durch Alter und diverse Zipperlein geplagt, nicht richtig gehen können.

Der Vorsitzende hielt das Urteil des Amtsgerichts für überzogen. Erst recht, da die Richter-Kollegen die Tierquälerei stärker bestraft hatten als die Körperverletzung der Frau. Da die Verletzung der Frau wie die des Hundes nicht so schlimm gewesen sei, riet er zur Herstellung des Rechtsfriedens dringend zu einem anderen Verfahrensende als zu einem Urteil.

Nicht ganz einfach, da der Angeklagte und der Ehemann der Geschädigten sich in herzlicher Abneigung zugetan sind. Am Ende rang sich der Angeklagte zu einer Entschuldigung durch: „Da ist wohl was aus dem Ruder gelaufen.“ Er erklärte sich zur Zahlung von 1200 Euro Geldbuße an die Geschädigte bereit. Hat er bezahlt, wird das Verfahren eingestellt.