Stoag sieht Mülheimer Straßenbahn-Debatte gelassen

Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk zusammen mit Kollegen Werner Overbeck.
Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk zusammen mit Kollegen Werner Overbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Peter Klunk, Geschäftsführer der Stoag, nimmt Stellung zu den Überlegungen in Mülheim, die Straßenbahnen abzuschaffen. Die neue Linie 105 rechne sich.

Oberhausen.. Der Mülheimer Stadtrat will das Defizit des städtischen Nahverkehrsunternehmens MVG deutlich reduzieren. Ein Gutachter soll auch einen Komplettumstieg von Straßenbahn- auf Busverkehr prüfen.

Die Oberhausener Stoag wirbt hingegen für einen Ausbau der Straßenbahnlinie 105 von der Stadtgrenze Essen zum Centro. Zudem gibt es mit der Linie 112 eine Straßenbahnverbindung nach Mülheim. Wie sprachen darüber mit Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk.

Die Stoag hat im vergangenen Jahr bei Bussen und Bahnen einen Verlust von 17,9 Millionen Euro eingefahren. Der Ausbau der Linie 105 soll 80 Millionen Euro kosten. Wie passt das zusammen?

Peter Klunk: Straßenbahnsysteme sind teurer als Busse, aber auch leistungsfähiger, umweltverträglicher und für Fahrgäste attraktiver. Der Kosten-Nutzen-Indikator für den sogenannten Lückenschluss zwischen der Linie 105 und der Linie 112 liegt bei 2,04, das heißt, der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Verlängerung der Linie 105 ist doppelt so hoch wie die Kosten. Ein Einsatz alternativ von Bussen ist nicht möglich.

Welche Auswirkungen auf die Linie 112 hätte ein Mülheimer Ausstieg? Wäre an der Stadtgrenze Endstation?

Klunk: MVG und Stoag sind hinsichtlich der Straßenbahnlinie 112 vertraglich verbunden. Wenn sich Vertragsgrundlagen ändern, muss darüber gesprochen und eine Lösung gefunden werden.

Wo würden die Straßenbahnen denn gewartet und geparkt, wenn es keine Verbindung mehr nach Mülheim gibt?

Klunk: Zum jetzigen Zeitpunkt ist es müßig, über Auswirkungen zu spekulieren. Das gilt für die Wartung der Straßenbahnen genauso wie für die Linienführung der 112.

Sollten sich die Bürger bei ihrem Entscheid am 8. März für den Lückenschluss der Straßenbahnlinie 105 aussprechen, welche Gesellschaft bekommt dann die Konzession für die Linie?

Klunk: Zum jetzigen Zeitpunkt ist überhaupt noch keine Entscheidung bezüglich der Konzession gefallen. Diese Frage würde aber bis zu einer Inbetriebnahme im Jahr 2019 geklärt sein.

 
 

EURE FAVORITEN