Sterkrader gibt Konzert auf weltgrößter Spielemesse

Er spielt einfach immer weiter: Der Sterkrader Musiker Patrick Nevian hat kürzlich auf der Welt größten Computerspiele-Messe Gamescom für Aufsehen gesorgt. Denn der 36-Jährige ist dort mit einem Komponisten aufgetreten, mit dem er zuvor meist nur per die Datenleitungen zusammengearbeitet hat. Chris Huelsbeck ist ein Star der Computerspiele-Musik aus dem Jahrzehnt, in dem der Klang bei Computerspielen noch aus minimalistischer Synthetik bestand. Eine Musik, die bis heute ihre Faszination besitzt und sich mit neuen Stilrichtungen mischen lässt. Nevian arbeitete diesmal mit seinem Band-Projekt Blue Metal Rose mit dem Komponisten zusammen.

Chris Huelsbeck stammt aus Kassel, lebt und arbeitet mittlerweile aber in San Francisco und ist sozusagen der Urvater der Computerspiele-Klänge. Vor allem seine Werke für die in den 1980-er und 1990-er Jahren populäre Computerreihe „Amiga“ haben sich tief in die Köpfe der Fans gefressen. Auf der Gamescom spielte Nevians Blue Metal Rose mit Huelsbeck den eigenen Song „Feel you“ live auf der Bühne. Der berühmte Komponist hatte eigens eine Remix-Version geschrieben. Nevian revanchierte sich dann, indem er Huelsbecks „Turrican“ und zwei neue Songs, die keine Games-Songs sind, am Piano begleitete.

„Giana Sisters“, „R-Type“ und „Turrican“ sind übrigens nur wenige Beispiele für Huelsbecks Werke. Früher funktionierte das Genre mit minimalistischer Elektronik. Doch mittlerweile wird das Instrument „Computer“ mit dem Piano kombiniert. Herausgekommen sind die CD und das Notenbuch „Chris Huelsbeck – The Piano Collection“. Ein Projekt von Patrick Nevian.

„Als großer Amiga-Fan hatte ich bereits bekannte Songs von Chris auf dem Piano neu interpretiert und online gestellt“, erzählt der 36 Jahre alte Musiker über die Anfänge der klangvollen Idee. „Chris wurde darauf aufmerksam und hat mich angeschrieben, ob wir zusammen ein Pianoprojekt seiner Songs realisieren wollen.“ Gesagt, getan. Das Projekt kam ins Rollen. Eine für beide Seiten lohnenswerte Angelegenheit.

Über das Internet folgte eine intensive Zusammenarbeit zwischen Sterkrade und San Francisco. Über die Plattform „Kickstarter“ suchte und fand das Team Unterstützung bei Amiga-Fans. Durch Crowdfunding (bedeutet so viel wie Rudelfinanzierung über das Internet) sammelten die ambitionierten Musiker stolze 80 000 Dollar, um ihre Idee letztlich umzusetzen zu können.

Einige Retro-Spiele-Magazine berichteten bereits über die Zusammenarbeit mit Huelsbeck. Der Kontakt zwischen den beiden Musikern soll auch in der Zukunft nicht abreißen. Denn eine gute Kunde kann Patrick Nevian von der Gamescom ebenfalls vermelden. „Eine weitere Zusammenarbeit von Chris Huelsbeck mit Blue Metal Rose ist für neue Songs bereits geplant!“

 
 

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