Stadt Oberhausen kauft schon bald Skandal-Bau HDO

Ganz schön marode: Der Gartendom, die einstige Kohlemischanlage der Zeche, in Osterfeld.
Ganz schön marode: Der Gartendom, die einstige Kohlemischanlage der Zeche, in Osterfeld.
Foto: WAZ FotoPool
Der Kauf der einst mit zweistelligen Millionen-Summen an Steuergeldern geförderten Immobilien HDO und Gartendom an der Vestischen Straße in Oberhausen-Osterfeld rückt näher. Der Kaufpreis ist zwar deutlich niedriger als einst die Banken erwarteten, doch insgesamt kostet der Erwerb die Stadt immer noch viel Geld.

Oberhausen.. Der Kauf der einst mit zweistelligen Millionen-Summen an Steuergeldern geförderten Immobilien HDO und Gartendom an der Vestischen Straße rückt näher. „Es sind noch einige juristische Fragen zu klären, die letzten abschließenden Verhandlungen laufen. Im November werden wir wohl beim Notar sitzen und die Käufe besiegeln“, sagte Hartmut Schmidt, Geschäftsführer des Oberhausener Gebäudemanagements (OGM), der WAZ. Schmidt soll im Auftrag der Stadt die Gebäude und ihre Grundstücke kaufen.

Beide Immobilien haben eine sehr unterschiedliche Geschichte: Der Gartendom wurde einst von der Zeche Osterfeld als Kohlemischanlage benutzt, diente 1999 als Eingangstor für die Landesgartenschau Olga und war bis 2001 ein Gartencenter. Das leer stehende unter Denkmalschutz stehende Haus gehört nun der Volksbank Rhein-Ruhr.

Gebäude gehört nun der Kreissparkasse Köln

Im 1991 errichteten HDO-Trakt sollten hochauflösende Filmbilder entstehen - erster Geschäftsführer war „Klimbim“-Regisseur Michael Pfleghar. Das Projekt kam leider nie richtig in Gang, ständig wechselnde Eigentümer und regelmäßige Rettungsaktionen vor der Pleite kosteten das Land NRW viel Geld und dem einstigen NRW-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) Reputation: Insgesamt versickerten hier Steuergelder von rund 100 Millionen Euro.

Das Gebäude gehört nun der Kreissparkasse Köln. Weil beide Bankhäuser über viele Jahre an alten Wertvorstellungen für Dom und HDO festhielten, wohl auch um ihr Vermögen in den Bilanzen nicht nach unten korrigieren zu müssen, fanden sie für die Objekte bisher keine Käufer. Jetzt sollen sie aber mit ihren Preisvorstellungen deutlich nach unten gegangen sein.

Angeblich soll nun die Stadt bereit sein, für beide Immobilien insgesamt rund 3,5 Millionen Euro zu bezahlen. Erwartet wird, dass Dom und HDO abgerissen werden, um hier von Investoren hochwertige altengerechte Wohnungen bauen zu lassen.

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