Stadt befragt Eltern zu neuer Schule

Andrea Rickers
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen. 6736 Eltern in dieser Stadt bekommen in diesen Tagen Post von der Schulverwaltung. Die Eltern von Vier- und Fünfjährigen sowie von Zweit- und Drittklässlern sollen eine wichtige Frage beantworten. Nämlich, ob sie ihr Kind, wenn es in Oberhausen ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Primus-Schule gäbe, an einer solchen Schule anmelden würden?

An der Primus-Schule sollen Schüler von der Klasse eins bis zur Klasse zehn gemeinsam lernen, in einem festen Klassenverband, mit der Möglichkeit, alle Abschlüsse der Sekundarstufe I zu erlangen (Hauptschulabschluss nach Klasse neun und zehn, Fachoberschulreife mit/ohne Qualifikation). Weil als Partner auch die Gesamtschule Alt-Oberhausen und das Hans-Sachs-Berufskolleg mit im Boot sind, soll auch der Wechsel in die Oberstufe (Abitur) möglich sein sowie Berufsorientierung eine große Rolle spielen.

Es geht um die Gründung einer neuen Schulform

Wenn bei der Befragung genügend Eltern die Felder „ganz bestimmt“ und „eher ja“ ankreuzen und die Fragebögen fristgemäß bis zum 24. Juni zurückschicken, kann die Verwaltung beim Ministerium den Antrag auf Teilnahme am Schulversuch „Primus“ stellen. „Das NRW-Schulministerium schreibt zwingend für eine Bewerbung vor, dass vor Ort der Bedarf ermittelt wird“, erklärt Schuldezernent Reinhard Frind. „Wenn es nicht mindestens 75 Eltern gibt, die ihr Interesse sowohl für die Klasse eins als auch für Klasse fünf bekunden, wird es schwierig eine Genehmigung zu bekommen.“

Immerhin geht es um nicht weniger als die Gründung einer neuen Schulform in dieser Stadt. 15 Schulen in NRW können an diesem Primus-Schulversuch teilnehmen. Hier soll laut Ministerium erprobt werden, „auf welche Weise die Arbeit der Grundschule in die der weiterführenden Schulen einbezogen werden kann“.

Stadt erfährt Entscheidung spätestens zum 1. Oktober

Die Vorteile des Konzepts beschreibt Sabine Schumann, Leiterin der Ruhrschule, so: „Die Schüler müssen nicht mehr den Wechsel von der Klasse vier in eine weiterführende Schule durchstehen, ein Bruch, der für viele Kinder ganz dramatisch ist.“ In die Räume der Ruhrschule und der dann geschlossenen Hauptschule Alstaden soll die Primus-Schule einziehen.

Reicht das Interesse der Eltern aus, teilt das Schulministerium der Stadt nach der Antragstellung spätestens zum 1. Oktober mit, ob Oberhausen die Genehmigung für den Schulversuch erhält.

Apropos „Versuch“: Auf jeden Fall ist wenigstens ein Durchgang von Klasse eins bis zehn an der Primus-Schule gesichert.