SPD Oberhausen – zu viele Fehler, zu starker Gegenwind

Entsetzte Gesichter: Apostolos Tsalastras verlor die OB-Wahl deutlich.
Entsetzte Gesichter: Apostolos Tsalastras verlor die OB-Wahl deutlich.
Foto: Funke Foto Services
Den historischen CDU-Sieg bei der Oberhausener OB-Wahl verdankt Daniel Schranz vor allem den vielen Fehlern, die die SPD machte.

Oberhausen.. Der Freudenjubel der seit Jahrzehnten von einer Niederlage zur nächsten taumelnden Oberhausener Christdemokraten ist mehr als verständlich – in Oberhausen wählt man die nicht, hieß es hier über lange, lange Zeit, doch dies ist jetzt endgültig Geschichte.

Das hat die CDU einem Wahlkampf zu verdanken, der mit wenigen Themen die wunden Stellen der Regierungspartei SPD anvisierte – und einem Kandidaten, der seine Wählerbasis und zudem SPD-enttäuschte Oberhausener Bürger motivierte, das Kreuz bei der CDU zu machen.

Und doch muss man ein wenig Wasser in den Wein gießen: Daniel Schranz ist nicht wegen seiner vielen spritzigen Ideen gewählt worden, Oberhausen nach vorne zu bringen, sondern die SPD ist in dieser Stadt, die sie lange Zeit als selbstverständliche sozialdemokratische Basis betrachtete, im OB-Amt abgewählt worden. Die Schuld daran hat nicht der OB-Kandidat der SPD: Tsalastras legte mit einem unglaublichen Einsatz einen im persönlichen Gespräch mit Bürgern überzeugenden Wahlkampf hin – doch der Gegenwind blies ihm ins Gesicht.

Wehling hätte vorzeitige Pensionierung annehmen sollen

Denn die SPD hatte zu viele taktische und inhaltliche Fehler begangen, die die Partei auf eine Rutschbahn in Oberhausen brachte. So war es unklug, nach dem Ausscheiden von Ordnungsdezernent und CDU-OB-Kandidat Dirk Buttler 2009 keinen CDU-Mann mehr in die Stadtspitze einzubinden. Das hätte es Schranz schwer gemacht, immer wieder gegen das Rathaus zu kacheln.

Unklug war es auch, dass Oberbürgermeister Klaus Wehling nicht die Chance ergriff, bei voller Pension rechtzeitig zurückzutreten, um im Mai 2014 den Weg für eine zeitgleiche Rats- und OB-Wahl freizumachen. Mit einem so dynamischen Spitzenkandidaten wie Tsalastras wären damals einige Prozentpunkte mehr zu einer sicheren Rot-Grünen Mehrheit im Rat drin gewesen.

Jeder wusste, dass singuläre OB-Wahlen es unglaublich schwierig machen, die Wähler an die Wahlurne zu bringen. Niedrige Wahlbeteiligung wirkt sich aber gerade für Sozialdemokraten negativ aus. Und inhaltlich gab es einfach zu viele Probleme in der Stadt, über die sich Bürger aufregten, für die die SPD aber keine nachhaltigen Lösungen erreichte.

 

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