SPD in Oberhausen will keine Schulen schließen

Die Osterfelder-Heide-Schule wehrt sich wie andere Schulen auch gegen Schließungspläne.
Die Osterfelder-Heide-Schule wehrt sich wie andere Schulen auch gegen Schließungspläne.
Foto: Michael Dahlke
Die schulpolitischen Sprecherinnen der Oberhausener Ratsfraktionen äußern sich zu den Vorschlägen im Bildungsplan. „Aufgabe von Schulstandorten riskant.“

Oberhausen. Die auf der Schließungsliste stehenden Oberhausener Grundschulen können wahrscheinlich aufatmen. Denn die Kommunalpolitik will den Vorschlägen der Schulverwaltung wohl nicht folgen. So will die SPD-Fraktion im Stadtrat von Grundschul-Schließungen absehen. Dies sagte Kirsten Oberste-Kleinbeck, schulpolitische Sprecherin der Fraktion, während eines Treffens, zu dem die Schulpflegschaft der Osterfelder-Heide-Schule eingeladen hatte.

Im Bildungsplan, über den der Rat im Mai entscheiden wird, ist die Grundschule an der Kapellenstraße eine von neun Schulen, für die die Schulverwaltung eine Schließung, einen Zusammenschluss oder eine Verlagerung vorgeschlagen hat.

„Wir brauchen die Plätze“, sagte Kirsten Oberste-Kleinbeck und verwies auf die Bevölkerungsentwicklung in Oberhausen. Diesbezüglich seien die Prognosen von Ernst Rösner, auf dessen Gutachten der Bildungsplan basiert, überholt. Weniger Wegzüge, mehr Geburten und die Zuwanderung durch Flüchtlinge sorgten in Oberhausen für eine veränderte Entscheidungsgrundlage, die Politik bräuchte viel mehr Informationen. „Es wäre zu riskant, jetzt Grundschulen zu schließen, weil nicht absehbar ist, was an den Standorten passiert“, sagte die SPD-Politikerin und forderte einen Aufschub.

Plätze werden benötigt

Vorsichtiger formulierte es Gundula Hausmann-Peters, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Der Rat entscheidet im Mai“, betonte die CDU-Frau, bis dahin würden die Fraktionen beraten. Aber auf der Basis des Gutachtens und der Vorschläge aus dem Rathaus sei es schlecht möglich, an neuen Ideen für die Oberhausener Schullandschaft zu arbeiten und zu planen. Deswegen sei es nicht sinnvoll in aller Eile Schulen zu schließen, „sondern wir würden eher für eine längerfristige Beratung mit den Schulen plädieren, um Bedarfe abzuklopfen und Konzepte zu entwickeln“, sagte Hausmann-Peters. Dabei müsse man realistisch bleiben angesichts der finanziellen Situation der Stadt.

Auch Sandra Gödderz, schulpolitische Sprecherin der Grünen im Rat, will in Sachen Bildungsplan nicht nur kurzfristig denken. Schulschließungen Ja oder Nein – dazu äußerte sich Gödderz an dem Abend in der Osterfelder-Heide-Schule nicht. Für die Beratungen der Fraktionen seien zudem die korrigierten Gebäudesteckbriefe notwendig, die die Politik aber noch nicht erhalten hätte. Zudem seien Änderungsanträge zum Bildungsplan in Vorbereitung, Einzelheiten nannte Gödderz nicht.

Eine „Wasserstandsmeldung“ gab auch Regina Boos (FDP) telefonisch auf Nachfrage dieser Zeitung: Für Schulschließungen zu votieren sei derzeit nicht möglich, „weil alle Parameter in Bewegung sind“, sagte Boos, „wir sprechen uns dafür aus, die Situation zu beobachten und an der Qualität der Schulen zu arbeiten.“ Die Bürgerliste sowie die Linken sind gegen Schulschließungen.

Havenstein-, König- und Kastellschule, Ruhr- und Luisenschule, Bismarck- und Osterfelder-Heide-Schule sowie die Grundschulen Schmachtendorf und Buschhausen wurden für auslaufende Auflösungen oder Zusammenlegungen vorgeschlagen.

Die Vorschläge des Bildungsplans beraten derzeit die Fraktionen und Gruppen des Rates, eine abschließende Beratung soll am 27. April im Schulausschuss erfolgen. Entscheiden muss das Stadtparlament in seiner Sitzung am 9. Mai.

 
 

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