So bringen Oberhausens Nachbarstädte Flüchtlinge unter

Die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule in Essen-Frintrop wird seit eineinhalb Jahren als Flüchtlingsunterkunft genutzt. In Essen lebten 2014 rund 1950 Asylbewerber in Wohnungen und 1068 in städtischen Unterkünften.
Die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule in Essen-Frintrop wird seit eineinhalb Jahren als Flüchtlingsunterkunft genutzt. In Essen lebten 2014 rund 1950 Asylbewerber in Wohnungen und 1068 in städtischen Unterkünften.
Foto: WAZ FotoPool
In den Nachbarkommunen gibt es unterschiedliche Versorgungskonzepte: Wohnungen in Essen. Häuser in Mülheim. Größere Einrichtungen in Duisburg.

Oberhausen.. Die neuen Standorte für Flüchtlingsheime haben eine emotionale Debatte entfacht: 700 neue Asylbewerber erwartet Oberhausen für 2015. Bei Versammlungen stellte sich die Stadtspitze den Bürgerfragen. Momentan leben hier 1000 Flüchtlinge: 70 Prozent in Unterkünften, 30 Prozent in Wohnungen. Viele Oberhausener fragen sich: Wie gehen eigentlich die Nachbarstädte mit der zunehmenden Zahl an Asylbewerbern um?

Essen

In Essen rechnet die Stadt mit 1900 weiteren Asylbewerbern. Auch hier sind neue Unterkünfte nötig. In einer Ratsvorlage heißt es, dass die Flüchtlinge vorrangig in Wohnungen vermittelt werden sollen. 650 Flüchtlinge sollen 2015 in Wohnungen umziehen. Im Vergleich deutlich mehr als in den Jahren 2014 (464) und 2013 (136).

Es existiert bereits das Konzept „Wohnraum für Flüchtlinge“ von der Allbau AG, Caritas, Diakoniewerk und Stadt Essen. Hier vermitteln die Initiatoren vorrangig Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, was einen ständigen Mieterwechsel verhindern soll. Außerdem sollen die Neu-Mieter so besser integriert werden. Ganze Wohnblöcke mit Flüchtlingen als Mieter sind nicht vorgesehen. Für die so nicht zu vermittelnden Menschen schafft die Stadt zentrale Unterkünfte: So baute man vor eineinhalb Jahren in Frintrop die Walter-Pleitgen-Schule als Unterkunft um.

In Essen lebten 2014 1950 Asylbewerber in Wohnungen und 1068 in Unterkünften, hinzu kommen 530 in einer Landeseinrichtung.

Mülheim

Auch in Mülheim plant die Stadt, weitere Wohnungen für Flüchtlinge anzumieten. Demnach sollen in bis zu 28 weiteren Räumen der Wohnungsbaugesellschaft SWB Neuankömmlinge untergebracht werden. Die Mietverträge hat der Stadtrat bereits abgesegnet. Hier werden die Flüchtlinge aber nicht dezentral, sondern in vier Häusern gemeinsam untergebracht. Dafür sind Immobilien an der Mellinghofer und Frohnhauser Straße ins Auge gefasst worden. Sozialarbeiter helfen bei der Eingewöhnung. Altmietern in den betreffenden Wohnungen bietet Vermieter SWB neue Bleiben an. Ein finanzieller Nachteil soll ihnen nicht entstehen. Einen Umzugszwang gebe es nicht, heißt es bei der SWB. Eine Zusage für 50 weitere dezentrale Wohnungen gibt es von der Wohnungsbaugesellschaft zwar. Doch 2016 muss Mülheim wohl erstmals mit einem Wohncontainer planen.

Duisburg

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen sucht Duisburg weiteren Wohnraum: 141 neue Asylbewerber kamen in den ersten drei Märzwochen hinzu, aktuell sind es 2000. Bisher fehlen für 400 weitere Flüchtlinge, die im April erwartet werden, Kapazitäten, schätzt das Duisburger Sozialdezernat. Sieben neue Unterkünfte entstehen in den Stadtbezirken, alle werden jedoch nicht vor 2016 fertiggestellt. Die Stadt will Asylbewerber daher zusätzlich in Wohnungen unterbringen. Die Kapazität der Landesasyl-Unterkunft im ehemaligen St. Barbara-Krankenhaus in Neumühl soll auf maximal 600 Flüchtlinge verdoppelt werden.

Die Hälfte der Asylbewerber lebt in Sammelunterkünften, die andere in privaten Wohnungen. Eine Zeltstadt in Walsum wurde hitzig diskutiert – und nie genutzt.

Bottrop

In Bottrop rechnet die Stadt mit 400 neuen Flüchtlingen im Verlauf des Jahres. Damit würde die Gesamtzahl auf 1200 ansteigen. Fast 60 Prozent der Neuankömmlinge in Bottrop stammen aus den Balkanstaaten, die als sichere Herkunftsländer gelten. Sie müssen damit rechnen, innerhalb von vier Wochen abgeschoben zu werden. Im Kalenderjahr 2014 konnten rund 180 Flüchtlinge in 54 Wohnungen vermittelt werden.

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