Smartphone ersetzt in Oberhausen elektronischen Fahrplan

An zentralen Knotenpunkten wie beispielsweise dem Hauptbahnhof gibt es solche elektronischen Anzeigentafeln.
An zentralen Knotenpunkten wie beispielsweise dem Hauptbahnhof gibt es solche elektronischen Anzeigentafeln.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Leserin wünscht sich für ihre Heimat-Haltestelle eine elektronische Anzeigentafel
  • Installation sowie Wartungs- und Unterhaltungskosten liegen im fünfstelligen Bereich
  • Kunden nutzen die VRR-App, die individuelle Auskünfte zu Verbindungen gibt

Oberhausen.. Die Oberhausener Verkehrsbetriebe werden künftig darauf verzichten, weitere elektronische Anzeigetafeln an Haltestellen zu installieren. Stattdessen soll das Smartphone die gewünschten Informationen über Abfahrtzeiten, Verspätungen und Verbindungen liefern.

Die App des Verkehrsverbundes VRR, die Daten in Echtzeit liefert, nutzten bereits viele Kunden, sagt Stoag-Sprecherin Sabine Müller. „Das Smartphone von heute ist die elektronische Anzeigentafel von gestern.“ Die digitale Auskunft auf dem Handy biete dem Fahrgast zudem individuelle Informationen und sei viel komfortabler.

Das alles wird Leserin Elvira Dostatni nicht überzeugen, die sich für die Haltestelle in der Nähe ihres Zuhauses auch eine elektronische Anzeigentafel wünscht, die auflistet, wann der nächste Bus kommt. „Dann kann ich auf den ersten Blick sehen, ob der Bus Verspätung hat oder schon weg ist.“ Die Oberhausenerin wundert sich außerdem, warum an manchen Haltestellen, an denen weniger Linien halten, solche Tafeln stehen, dafür an ihrer Heimathaltestelle nicht, an der immerhin vier Linien vorbeifahren.

Enge Kriterien für eine Installation

„Welche Funktion hat die Haltestelle im Liniennetz. Wie oft wird sie als Ziel angesteuert, wie dicht kommen die Busse hintereinander, wie liegt die Haltestelle“, zählt Sabine Müller die Kriterien für eine Installation auf. „Wenn die Situation eindeutig ist und übersichtlich, wenn die Fahrzeuge in großem zeitlichen Abstand fahren, dann scheidet der Standort zum Beispiel für eine elektronische Anzeigentafel aus“, erklärt die Stoag-Sprecherin.

Immerhin 110 solcher Anzeigetafeln sind im Stadtgebiet bis zum Jahr 2014 aufgestellt worden, 1994 gab’s am Hauptbahnhof die ersten. Die kostengünstigere Variante ist die Smartphone-Auskunft für das lokale Verkehrsunternehmen und den VRR allemal, kostet doch die Installation bloß einer Anzeigentafel in eine Richtung nach Angaben von Sabine Müller rund 25 000 Euro. Wartungs- und Unterhaltskosten schlagen pro Jahr für alle Geräte noch einmal mit 36 000 bis 46 000 Euro zu Buche.

Also wird es keine neuen Anzeigetafeln mehr geben, der Abbau der bereits existierenden ist allerdings auch nicht geplant. Das geht schon nicht wegen der Fördermittel, die der VRR dereinst zur Einführung der Anzeigen beisteuerte. „Damals haben die Geräte als Service eine wichtige Funktion gehabt, aber ihre Bedeutung ist zurückgegangen“, meint Müller.

Oberhausens öffentliches Verkehrsnetz sei ja gut ausgestattet mit den Tafeln. „Wir haben sehr früh mit der Installation angefangen“. Und Smartphones würden schließlich nicht nur junge Leute nutzen.

 
 

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