Sicherheitsdienst bewacht Reinigungskräfte im Flüchtlingsheim in Oberhausen

Oberhausens Stadtspitze will die Flüchtlingsbetreuung verstärken.
Oberhausens Stadtspitze will die Flüchtlingsbetreuung verstärken.
Foto: Kerstin Bögeholz
Vergangenen Dienstag wurde eine Reinigungskraft im Flüchtlingsheim für Männer in Oberhausen-Sterkrade mit einem Messer bedroht - nun wachen Sicherheitsleute über das Reinigungspersonal. Währendessen will die Stadt Pläne erstellen, in denen die Flüchtlingsbetreuung gestärkt werden soll.

Oberhausen. Sicherheitspersonal wacht über die Reinigungsarbeiten im Flüchtlingsheim für Männer an der Weier­straße in Oberhausen-Sterkrade. Am Dienstag hatte ein Bewohner des Hauses eine Reinigungskraft mit einem Messer bedroht, die Polizei nahm den Mann zunächst fest.

Um weitere Vorfälle zu vermeiden, wurde die Vollmergruppe ins Boot genommen. Mitarbeiter des Hauses sind nach eigenen Angaben über polizeiliche Führungszeugnisse hinaus vom Ordnungsamt der Stadt Mülheim überprüft worden.

Runder Tisch zur Flüchtlingsarbeit

Derweil will die Stadtspitze die Flüchtlingsbetreuung stärken. So soll mit Geldern, die das Land NRW den Kommunen zur Flüchtlingsarbeit zugesagt hat, die Arbeit des betreuenden Kinderhilfswerks Terre des Hommes ausgebaut werden. „Terre des Hommes leistet bereits ausgezeichnete Arbeit, die wir aber ausweiten wollen“, sagt Elke Münich, Sozialdezernentin der Stadt Oberhausen. Dazu soll der bestehende Runde Tisch zur Flüchtlingsarbeit Mitte November ausgebaut werden. „Gemeinsam wollen wir überlegen, wo weitere Hilfen installiert werden können“, sagt Münich. Von der Stadt kümmern sich eine Sozialarbeiterin und eine Erzieherin um die Flüchtlingsarbeit.

Einen offenen Runden Tisch zur Neukonzipierung von Flüchtlingsarbeit wollen auch Vertreter des Internationalen Frauenfriedensarchives veranstalten. Ellen Diederichs hat die jüngst 25 Bewohner der neuen Container, die neben dem Männerwohnheim stehen, besucht. Sie beschreibt zum Teil problematische Zustände, etwa Lärmbelästigungen in der Nacht, schlecht zu belüftende Container, bis zu fünf Bewohner auf engem Raum. „Die Menschen empfinden die Wohn- und Lebenssituation als Ghetto“, meint Diederich. Vor allem gegenüber Roma gebe es viele Vorurteile. So habe der Supermarkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite extra Sicherheitsleute eingestellt.

 
 

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